Hain-Schnirkelschnecke (Cepaea nemoralis)
Name
Hain-Schnirkelschnecke (Cepaea nemoralis)
Familie
Helicidae (Schnirkelschnecken)
Körpergröße
Gehäuse bis 25 mm
Merkmale
Die Hain-Schnirkelschnecke besitzt ein auffallend variables Gehäuse, das in Farbe und Musterung stark variieren kann – von einfarbig gelb oder rosa bis hin zu braun, oft mit einem bis fünf dunklen Längsstreifen. Trotz dieser großen Variabilität gibt es ein zuverlässiges Bestimmungsmerkmal: Der Mundsaum der adulten Tiere ist stets dunkel gefärbt – meist schwarzbraun bis dunkelviolett. Das Gehäuse ist kugelförmig bis leicht gedrückt und erreicht einen Durchmesser von bis zu 25 mm. Der Körper der Schnecke selbst ist dunkel pigmentiert.
Lebensraum
Die Hain-Schnirkelschnecke ist eine anpassungsfähige Art, die in einer Vielzahl von Lebensräumen vorkommt: an Waldrändern, in Hecken-Biotopen, auf Wiesen, in Gärten und Parks sowie in Gebüschen und Ruderalflächen. Sie bevorzugt strukturreiche, leicht feuchte Standorte mit ausreichend Vegetation als Deckung und Nahrungsgrundlage. Die Art ist tagaktiv, besonders nach Regenfällen, und kann das ganze Jahr über aktiv sein – am häufigsten von April bis Oktober. In kalten Monaten überwintert sie im Boden oder unter Laub.
Besonderheiten
Die enorme Farbvariabilität der Hain-Schnirkelschnecke macht sie zu einem klassischen Studienobjekt der Evolutionsbiologie – die Mustervielfalt wird durch natürliche Selektion und genetische Drift beeinflusst. Leicht verwechselt werden kann sie mit der Garten-Bänderschnecke (Cepaea hortensis), die jedoch einen hellen, weißlichen Mundsaum aufweist. Dieses Merkmal ist das sicherste Unterscheidungskriterium zwischen den beiden Arten. Die Hain-Schnirkelschnecke ist Nahrungsquelle für viele Tiere, darunter Singdrosseln, die die Gehäuse gezielt an Steinen aufschlagen.