Gebüschohrwurm (Apterygida media)
Name
Gebüschohrwurm (Apterygida media)
Familie
Forficulidae
Körpergröße
9–15 mm
Merkmale
Der Gebüschohrwurm ist ein mittelgroßer Ohrwurm mit einer Körperlänge von 9 bis 15 mm. Charakteristisch sind die kurzen Flügeldecken; die Hinterflügel sind stark verkürzt und nur als kleine Lappen ausgebildet, weshalb die Art flugunfähig ist. Die Grundfärbung ist bräunlich, der Körper typisch abgeflacht und langgestreckt. Besonders auffällig sind die Zangen am Hinterleibsende, die bei Männchen deutlich kräftiger, gebogener und länger ausfallen als bei den Weibchen. Die Verwechslungsgefahr mit dem Waldohrwurm (Chelidurella acanthopygia) besteht, doch dieser besitzt ebenfalls stark verkürzte Hinterflügel und sehr kurze Flügeldecken.
Lebensraum
Der Gebüschohrwurm bewohnt strukturreiche Lebensräume wie Parkanlagen, Gärten, Waldränder und Auewälder. Er hält sich bevorzugt in dichter Vegetation auf, etwa in Büschen, Stauden und unter Rinde oder Laub. Die Tiere sind von Mai bis Oktober aktiv und damit über einen langen Zeitraum des Jahres anzutreffen. Wie viele Ohrwürmer ist auch diese Art überwiegend nachtaktiv und verbirgt sich tagsüber in engen Spalten oder unter Pflanzenmaterial.
Besonderheiten
Ohrwürmer zeigen ein für Insekten bemerkenswertes Brutpflegeverhalten: Die Weibchen bewachen ihre Eier und die frisch geschlüpften Larven aktiv. Die Zangen dienen nicht nur der Verteidigung, sondern spielen auch bei der Paarung eine Rolle. Der Gebüschohrwurm ernährt sich omnivor, also sowohl von pflanzlichem Material als auch von kleinen Insekten und Aas. Er gilt als weit verbreitet und nicht gefährdet. Der Name Ohrwurm geht auf einen alten Volksglauben zurück, wonach diese Tiere nachts in menschliche Ohren kriechen sollen – ein Mythos, der sich bis heute hartnäckig hält.