Blutrote Raubameise – Sozialparasitismus

Die Koloniegründung der Blutroten Raubameise (Formica sanguinea) erfolgt unter anderem durch temporären Sozialparasitismus bei Arten der Untergattung Serviformica, beispielsweise bei Formica fusca oder Formica cunicularia. Weitere Möglichkeiten der Koloniegründung sind die Adoption in bestehende Kolonien und die Bildung von Zweignestern. Bei gezielten Raubzügen überfallen die Arbeiterinnen fremde Ameisennester, um vor allem Puppen, aber auch Larven zu erbeuten. Die geraubte Brut wird ins eigene Nest transportiert und dort entweder als Nahrung genutzt oder aufgezogen. Die aus den geraubten Puppen schlüpfenden Arbeiterinnen werden in die Kolonie integriert und übernehmen Aufgaben wie Nestbau und Brutpflege. Aufgrund dieses Verhaltens gilt Formica sanguinea als bekannter fakultativer Sklavenjäger unter den europäischen Ameisen.

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