Blutrote Raubameise (Formica sanguinea)

Formica sanguinea Merkmale

Name

Blutrote Raubameise (Formica sanguinea)

Familie

Formicidae

Körpergröße

Arbeiterinnen und Männchen 6–9 mm, Königinnen 9–11 mm

Merkmale

Die Blutrote Raubameise ist eine mittelgroße Ameisenart mit rotbraunem Kopf und Thorax sowie einem dunkel gefärbten, oft schwärzlichen Hinterleib. Ein prägnantes Bestimmungsmerkmal ist die bogenförmige Ausbuchtung am Vorderrand des Clypeus, also des Kopfschildes. Die Mandibeln sind kräftig ausgebildet und dienen sowohl beim Nestbau als auch bei räuberischen Überfällen auf andere Ameisenkolonien. Der Körper ist mäßig behaart, die Beine sind schlank und hell gefärbt.

Lebensraum

Die Blutrote Raubameise besiedelt trockene, wärmebegünstigte Standorte wie Trockenrasen, Heiden und lichte Kiefernwälder, ist aber auch an Waldrändern und in Siedlungsbereichen anzutreffen. Nester werden bevorzugt unter Steinen oder Totholz angelegt; gelegentlich entstehen auch flache Hügelnester. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet und von der Tiefebene bis in montane Lagen zu finden. Geschlechtstiere (Männchen und Königinnen) schwärmen typischerweise im Hochsommer, meist zwischen Juni und August.

Besonderheiten

Die Blutrote Raubameise ist für ihr sklavenhälterisches Verhalten bekannt: Sie überfällt Kolonien anderer Formica-Arten, vor allem Formica fusca und Formica rufibarbis, und raubt deren Puppen. Die geschlüpften Arbeiterinnen werden als Helferinnen in die eigene Kolonie integriert. Dieses als Dulosis bezeichnete Verhalten ist unter Ameisen selten und macht Formica sanguinea zu einer biologisch besonders faszinierenden Art. Verwechslungsgefahr besteht mit anderen roten Formica-Arten wie der Kahlrückigen Waldameise (Formica polyctena), die jedoch keine Clypeus-Ausbuchtung besitzt. In Deutschland gilt die Art derzeit als nicht gefährdet.