Felsen-Kuckuckshummel (Bombus rupestris)
Name
Felsen-Kuckuckshummel (Bombus rupestris)
Familie
Apidae (Bienen)
Körpergröße
Weibchen bis 22 mm, Männchen bis 18 mm
Merkmale
Die Felsen-Kuckuckshummel ist eine der größten heimischen Kuckuckshummeln. Die Weibchen sind überwiegend schwarz gefärbt und besitzen einen auffällig roten Hinterleib, was eine deutliche Ähnlichkeit zur Wirtsspezies Steinhummel (Bombus lapidarius) erzeugt. Männchen sind ebenfalls schwarz, zeigen jedoch an Kopf, Thorax und den ersten Hinterleibssegmenten oft ausgedehnte gelbe Behaarung und besitzen einen rötlichen bis orangefarbenen Hinterleib. Die Flügel sind bei beiden Geschlechtern deutlich gebräunt. Als Kuckuckshummel fehlen ihr die Sammelkörbe (Corbiculae) an den Hinterbeinen, da sie selbst keine Pollen sammelt.
Lebensraum
Die Felsen-Kuckuckshummel bewohnt strukturreiche, blütenreiche Offenlandschaften wie Magerwiesen, Heiden, Waldränder, Steinbrüche und felsige Hänge. Sie ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet und in Deutschland in geeigneten Lebensräumen bis in mittlere Gebirgslagen anzutreffen. Die Flugzeit der Weibchen beginnt ab Mai, wenn die Völker der Steinhummel bereits gut entwickelt sind. Männchen und Jungweibchen sind ab Juli bis September zu beobachten.
Besonderheiten
Als obligater Sozialparasit besitzt die Felsen-Kuckuckshummel keine eigene Arbeiterinnenkaste. Überwinterte Weibchen dringen im Frühjahr in Nester der Steinhummel ein, töten die dortige Königin sowie deren Brut und übernehmen das Wirtsvolk. Die verbleibenden Arbeiterinnen der Steinhummel ziehen fortan ausschließlich den Nachwuchs der Kuckuckshummel auf, der ausschließlich aus Männchen und befruchtungsfähigen Weibchen besteht. Nach der Paarung im Spätsommer sterben die Männchen ab, während die begatteten Weibchen zur Überwinterung in den Boden gehen. Die Art gilt in Deutschland als nicht gefährdet, ist jedoch eng an das Vorkommen der Steinhummel gebunden und daher indirekt von deren Bestandsentwicklung abhängig.