Weinbergschnecke (Helix pomatia)

Die Weinbergschnecke auf kalkhaltigem Boden

Name

Weinbergschnecke (Helix pomatia)

Familie

Helicidae (Schnirkelschnecken)

Körpergröße

Gehäusedurchmesser bis 50 mm

Merkmale

Die Weinbergschnecke trägt ein auffälliges, rechtsdrehendes Gehäuse mit cremefarbener bis hellbrauner Grundfärbung und häufig undeutlich ausgeprägten dunkleren Spiralbändern, die individuell stark variieren können. Das Gehäuse ist kugelig bis kugelig-konisch geformt und besitzt eine schmale, teilweise vom umgeschlagenen Mündungsrand überdeckte Nabelregion. Der Weichkörper selbst ist graubraun bis beige gefärbt. Mit einem Gehäusedurchmesser von bis zu etwa 50 mm gehört sie zu den größten heimischen Landschnecken Deutschlands. Wie alle Lungenschnecken besitzt sie zwei Paar Tentakel, wobei das obere Paar die Augen trägt.

Lebensraum

Die Weinbergschnecke bevorzugt kalkreiche Böden, da sie den Kalk für den Aufbau ihres Gehäuses benötigt. Sie besiedelt Laubwälder, Gebüschsäume, Weinberge, Gärten, Wiesen und Hecken, besonders auf kalkhaltigem Untergrund wie Kalkstein- oder Lössböden. Die Art ist tagaktiv, besonders nach Regenfällen, sowie in den Dämmerungsstunden. Aktiv ist sie von April bis Oktober; bei Frost und Trockenheit zieht sie sich in ihr Gehäuse zurück und verschließt die Öffnung mit einem Kalkdeckel (Epiphragma).

Besonderheiten

Die Weinbergschnecke ist ein Zwitter, besitzt also sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane, befruchtet sich jedoch nicht selbst. Die Paarung ist ein aufwendiges Ritual, bei dem sogenannte Liebespfeile aus Kalk in den Partner geschossen werden. Diese Liebespfeile beeinflussen den Fortpflanzungsvorgang und erhöhen den Fortpflanzungserfolg. Die Tiere ernähren sich von pflanzlicher Nahrung und weiden diese mit ihrer Raspelzunge (Radula) ab. In freier Natur können sie deutlich älter als 8 Jahre werden. Die Weinbergschnecke ist in Deutschland besonders geschützt und darf nicht ohne Weiteres der Natur entnommen werden. Bekannt ist sie auch als Delikatesse, insbesondere in Frankreich und Teilen Süddeutschlands.