Kleine Vielfraßschnecke (Merdigera obscura)

Merdigera obscura findet man an Mauern oder in Felsspalten

Name

Kleine Vielfraßschnecke (Merdigera obscura)

Familie

Enidae

Körpergröße

Gehäuselänge ca. 8–12 mm

Merkmale

Die Kleine Vielfraßschnecke trägt ein schlankes, turmförmig-zylindrisches Gehäuse, das aus etwa 8–9 leicht gewölbten Umgängen besteht. Die Färbung ist überwiegend hornbraun bis graubraun, die Oberfläche wirkt matt und fein gerippt. Die Mündung ist eng und durch einen deutlichen weißlichen Mundsaum begrenzt. Das Gehäuse ist im Vergleich zu verwandten Arten auffallend schlank und gleichmäßig geformt.

Lebensraum

Merdigera obscura bevorzugt feuchte Laubwälder und Hecken-Biotope mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die Tiere halten sich bevorzugt unter Totholz, in der Laubstreu, an Mauern oder in Felsspalten auf. Bei feuchter Witterung klettert die Art auch an Baumstämmen und Felsen empor. Aktiv sind die Tiere vor allem in den feuchten Monaten des Frühjahrs und Herbstes; in Trocken- und Kältephasen ziehen sie sich in geschützte Verstecke zurück.

Besonderheiten

Die Kleine Vielfraßschnecke ist nacht- und dämmerungsaktiv und daher tagsüber selten zu beobachten. Bei Trockenheit verschließt sie die Gehäusemündung mit einem Schleimpfropf, um Wasserverluste zu minimieren. Die Art gilt in weiten Teilen Mitteleuropas als mäßig häufig, reagiert jedoch empfindlich auf das Austrocknen ihrer Lebensräume, etwa durch Entwässerung oder den Rückgang naturnaher Laubwälder. Eine mögliche Verwechslungsart ist die Gemeine Windelschnecke (Vertigo pygmaea), die jedoch deutlich kleiner und gedrungener ist.