Kleine Vielfraßschnecke (Merdigera obscura)

Merdigera obscura findet man an Mauern oder in Felsspalten

Name

Kleine Vielfraßschnecke (Merdigera obscura)

Familie

Enidae

Körpergröße

Gehäuselänge ca. 8–12 mm

Merkmale

Die Kleine Vielfraßschnecke trägt ein schlankes, eiförmig-konisches Gehäuse mit etwa 6–7 leicht gewölbten Umgängen. Die Färbung ist überwiegend hornbraun bis graubraun, die Oberfläche wirkt matt und fein radial gestreift. Die Mündung ist relativ eng und durch einen deutlichen weißlichen, umgeschlagenen Mundsaum begrenzt. Das Gehäuse ist im Vergleich zur verwandten Berg-Vielfraßschnecke (Ena montana) kleiner und schlanker.

Lebensraum

Merdigera obscura bevorzugt feuchte Laubwälder und Hecken-Biotope mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die Tiere halten sich bevorzugt unter Totholz, in der Laubstreu, an Mauern oder in Felsspalten auf. Bei feuchter Witterung klettert die Art auch an Baumstämmen und Felsen empor. Aktiv sind die Tiere vor allem in den feuchten Monaten des Frühjahrs und Herbstes; in Trocken- und Kältephasen ziehen sie sich in geschützte Verstecke zurück.

Besonderheiten

Die Kleine Vielfraßschnecke ist überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv und daher tagsüber seltener zu beobachten. Bei Trockenheit kann sie sich in geschützte Bereiche zurückziehen und die Gehäusemündung mit einer Schleimschicht verschließen, um den Wasserverlust zu verringern. Die Art kommt in Deutschland weit verbreitet vor und ist regional stellenweise häufig. Sie besiedelt unter anderem feuchte Wälder, Hecken, Mauern und Felsbereiche und kann auch an Baumstämmen gefunden werden. Eine mögliche Verwechslungsart ist die Berg-Vielfraßschnecke (Ena montana), die deutlich größer wird.