Schildkrötenwanze (Eurygaster testudinaria)
Name
Schildkrötenwanze (Eurygaster testudinaria)
Familie
Scutelleridae (Schildwanzen)
Körpergröße
Körperlänge 9–11 mm
Merkmale
Die Schildkrötenwanze ist eine mittelgroße, gedrungen wirkende Wanze mit einem auffällig großen Schildchen (Scutellum), das den Hinterleib nahezu vollständig bedeckt – daher der namensgebende schildkrötenartige Eindruck. Die Färbung der erwachsenen Tiere (Imagines) ist ausgesprochen variabel und reicht von hellbraun über graubraun bis hin zu dunkel gemusterten Formen. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist der Stirnkeil (Tylus), der bei dieser Art etwas tiefer liegt als die seitlichen Wangen. Zudem ist das zweite Fühlerglied etwa 1,5-mal so lang wie das dritte, was ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber verwandten Arten darstellt.
Lebensraum
Die Schildkrötenwanze besiedelt feuchte bis nasse Lebensräume und ist auf Feuchtwiesen, in Sumpfbiotopen sowie in unmittelbarer Gewässernähe anzutreffen. Die Art bevorzugt Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit und ist eng an das Vorkommen ihrer Nahrungspflanzen gebunden, darunter Süßgräser, Binsen und Seggen, deren Pflanzensäfte mit dem Saugrüssel aufgenommen werden. Die Tiere sind von Mai bis September aktiv.
Besonderheiten
Als mögliche Verwechslungsart gilt die Gemeine Getreidewanze (Eurygaster maura), die jedoch deutlich trockenere Lebensräume bevorzugt und sich dadurch ökologisch klar von der Schildkrötenwanze abgrenzt. Wie alle Vertreter der Gattung Eurygaster ist auch diese Art ein reiner Pflanzensaftsauger ohne wirtschaftliche Bedeutung im Gegensatz zur Getreidewanze, die auf Getreidefeldern als Schädling auftreten kann. Die Überwinterung erfolgt als Imago, meist im Schutz von Bodenstreu oder Moos in der Nähe der Sommerlebensräume.