Ginster-Baumwanze (Piezodorus lituratus)

Piezodorus lituratus Herbstform

Name

Ginster-Baumwanze (Piezodorus lituratus)

Familie

Pentatomidae (Baumwanzen)

Körpergröße

Körperlänge 10–12 mm

Merkmale

Die Ginster-Baumwanze ist eine mittelgroße, schlanke Baumwanze mit der für Pentatomiden typischen Schildform. Die Herbstform, die nach der Überwinterungsreife auftritt, zeigt eine charakteristisch grünlich-braune bis ockergelbe Grundfärbung mit einem markanten rötlichen Querband am Vorderrand des Pronotums. Das Schildchen ist groß und dreieckig, wie bei allen Baumwanzen. Die Sommerform hingegen ist überwiegend grün gefärbt und damit schwer von verwandten Arten zu unterscheiden. Die Fühler sind geringelt und die Beine zeigen eine hellbraune Tönung.

Lebensraum

Die Ginster-Baumwanze besiedelt bevorzugt trocken-warme Lebensräume wie Heidebiotope, Magerrasen, Bahndämme, Waldränder und Gebüschsäume. Entscheidend für ihr Vorkommen ist das Vorhandensein geeigneter Nahrungspflanzen, insbesondere der Besenginster (Sarothamnus scoparius) und des Färber-Ginsters (Genista tinctoria), an deren Früchten und Samen die Tiere saugen. Seltener werden auch andere Hülsenfrüchtler der Familie Fabaceae genutzt. Die Art ist von April bis Oktober aktiv und überwintert als Imago in der Streuschicht oder unter Rinde.

Besonderheiten

Piezodorus lituratus zeigt einen ausgeprägten Saisondimorphismus: Sommer- und Herbsttiere unterscheiden sich in ihrer Färbung so stark, dass sie auf den ersten Blick wie verschiedene Arten wirken können. Dieses Phänomen ist bei Baumwanzen ungewöhnlich ausgeprägt. Die Art ist ein spezialisierter Sauger an Hülsenfrüchtlern und kann bei starkem Auftreten wirtschaftliche Bedeutung im Leguminosenanbau erlangen. In Mitteleuropa ist die Art weit verbreitet, jedoch an das Vorhandensein geeigneter Ginster-Bestände gebunden. Als Verwechslungsart kommt vor allem die Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) in der Sommerform infrage.