Landkärtchen (Araschnia levana)

Araschina levana Frühjahrsform: Saisondimorphismus

Name

Landkärtchen (Araschnia levana)

Familie

Edelfalter (Nymphalidae)

Körpergröße

Spannweite 28–40 mm (Frühjahrsform)

Merkmale

Das Landkärtchen zeigt je nach Generation ein völlig unterschiedliches Erscheinungsbild. Die Frühjahrsform (Araschnia levana f. levana) trägt leuchtend orangefarbene Flügeloberseiten mit schwarzen Flecken und weißen Punkten – eine Zeichnung, die entfernt an eine Landkarte erinnert und dem Falter seinen deutschen Namen gab. Die Sommerform hingegen ist überwiegend schwarzbraun mit weißen Binden und ähnelt auf den ersten Blick eher einem Kleinen Eisvogel als einem Verwandten der Frühjahrsform. Die Flügelunterseiten beider Formen zeigen ein feines, netzartiges Muster in Braun- und Weißtönen, das tatsächlich stark an eine alte Landkarte erinnert.

Lebensraum

Das Landkärtchen bevorzugt feuchte, strukturreiche Lebensräume: feuchte Laubwälder, buschige Feuchtwiesen, Waldränder, Bachufer sowie Parkanlagen. Entscheidend ist das Vorkommen der Brennnessel, der einzigen Futterpflanze der Raupen. Die Art fliegt von April bis August in zwei Generationen: Die Frühjahrsgeneration ist von April bis Juni unterwegs, die Sommergeneration von Juli bis August.

Besonderheiten

Das auffälligste Merkmal des Landkärtchens ist sein ausgeprägter Saisondimorphismus: Frühjahrs- und Sommerform sehen so verschieden aus, dass sie lange als unterschiedliche Arten galten. Ausgelöst wird dieser Formwechsel durch die Tageslichtlänge – kurze Tage im Frühjahr führen zur orangefarbenen Frühjahrsform, lange Tage im Sommer zur dunklen Sommerform. Die Raupen leben gesellig auf Brennnesseln und sind schwarz mit gelben Längsstreifen und Dornen. Das Landkärtchen gilt in Mitteleuropa als ungefährdet und hat seinen Bestand in den letzten Jahrzehnten sogar ausgeweitet. Verwechslungen sind vor allem bei der Sommerform mit dem Kleinen Eisvogel möglich, der jedoch keine Verwandtschaft zum Landkärtchen besitzt.