Jakobskrautbär (Tyria jacobaeae)
Name
Jakobskrautbär (Tyria jacobaeae)
Familie
Bärenspinner (Erebidae)
Körpergröße
Flügelspannweite 32–42 mm
Merkmale
Der Jakobskrautbär ist ein auffälliger Nachtfalter mit charakteristischer Färbung: Die Vorderflügel sind dunkelgrau bis schwärzlich und tragen leuchtend rote Längsstreifen sowie rote Randflecken. Die Hinterflügel sind überwiegend rot mit einem schmalen dunklen Außenrand. Diese Warntracht signalisiert Fressfeinden die Ungenießbarkeit des Falters. Die Raupen sind ebenfalls auffällig gezeichnet und tragen ein markantes gelb-schwarz geringeltes Muster, das als klassische Aposematismus-Färbung gilt. Die Flügelspannweite der Imagines beträgt 32 bis 42 mm.
Lebensraum
Der Jakobskrautbär besiedelt vor allem magere, offene Lebensräume wie Trockenrasen, extensiv genutzte Wiesen-Biotope und Brachflächen, auf denen sein Hauptnahrungsangebot gedeiht. Die Art ist eng an das Vorkommen von Jakobs-Greiskraut gebunden, das als Raupennahrungspflanze unverzichtbar ist. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich von Mai bis Juni.
Besonderheiten
Die Raupen des Jakobskrautbären fressen bevorzugt und nahezu ausschließlich an Jakobs-Greiskraut, einer Pflanze, die giftige Pyrrolizidinalkaloide enthält. Diese Giftstoffe werden von den Raupen eingelagert und machen sowohl Raupen als auch Falter für Fressfeinde ungenießbar – ein klassisches Beispiel für chemische Abwehr durch Nahrungspflanzen. Während die Raupen durch ihre auffällige Färbung und ihr geselliges Auftreten gut zu finden sind, zeigen sich die adulten Falter deutlich seltener. In der Roten Liste Niedersachsens wurde die Art als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. Der Rückgang ist vor allem auf den Verlust geeigneter Magerstandorte und die Intensivierung der Landnutzung zurückzuführen. Verwechslungen sind mit ähnlich gefärbten Bärenspinnern möglich, jedoch ist die Kombination aus rotem Hinterflügel und gestreiftem Vorderflügel recht charakteristisch.