Jakobskrautbär oder Blutbär (Tyria jacobaeae)
Name
Jakobskrautbär oder Blutbär (Tyria jacobaeae)
Familie
Bärenspinner (Erebidae)
Körpergröße
Falter: Spannweite 32–42 mm, Raupe: bis ca. 30 mm Länge
Merkmale
Die Raupe des Jakobskrautbärs ist durch ihre auffällige Warntracht kaum zu verwechseln: Sie trägt ein markantes Muster aus leuchtend gelben und schwarzen Querstreifen, das Fressfeinde auf Distanz hält. Der fertige Falter ist ebenfalls unverkennbar – seine Vorderflügel sind dunkelgrau bis schwärzlich mit zwei roten Streifen und einigen roten Punkten, während die Hinterflügel nahezu vollständig rot gefärbt sind. Diese Rotfärbung ist namensgebend für den volkstümlichen Begriff Blutbär. Die Fühler sind fadenförmig, der Körperbau insgesamt gedrungen.
Lebensraum
Der Jakobskrautbär besiedelt offene, magere Lebensräume wie Trockenrasen, Brachen, Wegränder, Dämme und Küstendünen – überall dort, wo das Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea) wächst. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Zentralasiens verbreitet. Die Raupen sind von Juli bis August an den Futterpflanzen zu finden. Die Falter fliegen von Mai bis Juli und sind damit die erste auffällige Erscheinung des Jahres. Nach der Verpuppung im Erdboden, wo die Art überwintert, schlüpfen die Falter ab Mai des Folgejahres.
Besonderheiten
Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften des Jakobskrautbärs ist seine Fähigkeit zur chemischen Abwehr: Die Raupen nehmen mit dem Gewebe des giftigen Jakobs-Greiskrauts sogenannte Pyrrolizidinalkaloide auf und speichern diese im Körper. Dadurch werden sowohl Raupen als auch Falter für die meisten Fressfeinde ungenießbar – die auffällige Färbung beider Stadien dient als Warnsignal (Aposematismus). Interessanterweise geben Weibchen die Alkaloide auch an ihre Eier weiter, was einen Schutz bereits im frühesten Entwicklungsstadium bietet. In manchen Jahren kann die Art lokal in sehr hoher Dichte auftreten und das Jakobs-Greiskraut vollständig kahl fressen. Der Jakobskrautbär gilt in Mitteleuropa als nicht gefährdet, profitiert jedoch von extensiv bewirtschafteten Flächen.