Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus)

Mit Seidenfädchen baut sich die Raupe aus den Blättern eine Röhre

Name

Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus)

Familie

Dickkopffalter (Hesperiidae)

Körpergröße

Spannweite 25–43 mm; Raupenlänge bis 29 mm

Merkmale

Die matt hellgrüne oder bläulich-grüne Raupe hat einen walzenförmigen Körper, der zum Kopf hin deutlich verjüngt ist. Auffällig ist der große, schwarzbraune Kopf mit zwei helleren, gelblichen Längsstreifen im Gesicht. Auf der Unterseite trägt sie weiße Wachsdrüsenflecken. Der Rostfarbige Dickkopffalter zählt zu den typischen Dickkopffaltern mit gedrungener Körperform und vergleichsweise großem Kopf. Die Oberseite der Flügel leuchtet in warmem Rostbraun bis Orangebraun, durchsetzt von dunkelbraunen Rändern und charakteristischen hellen Flecken. Beim Männchen fällt eine markante dunkle Duftschuppenstreifen auf den Vorderflügeln auf, der bei Weibchen fehlt. Die Flügelunterseite zeigt ein gedämpfteres Gelbgrün mit undeutlichen hellen Fleckenreihen.

Lebensraum

Der Rostfarbige Dickkopffalter besiedelt bevorzugt blumenreiche Säume, Waldlichtungen, Wiesen, Wegränder und Gebüschränder mit ausreichend Grasvegetation. Er ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet und gilt als häufige Art strukturreicher Kulturlandschaften. Die Falter fliegen in einer Generation pro Jahr von Mitte Juni bis Anfang August. Die Raupen leben an verschiedenen Grasarten, darunter Knäuelgras (Dactylis glomerata) und andere Süßgräser.

Besonderheiten

Besonders auffällig ist das Überwinterungsverhalten der Raupe: Mit Seidenfäden spinnt sie sich aus Grasblättern eine schützende Röhre, die sogenannte Überwinterungstüte, in der sie die kalte Jahreszeit überdauert. Die Verpuppung erfolgt erst Ende Mai des Folgejahres in einem Seidenkokon. Der Falter saugt bevorzugt an Blüten wie Disteln, Hornklee und Teufelskrallen. Als ähnliche Art gilt der Komma-Dickkopffalter (Hesperia comma), der jedoch auffällige weiße Flecken auf der Flügelunterseite aufweist. Der Rostfarbige Dickkopffalter gilt in Mitteleuropa derzeit nicht als gefährdet.