Eichenspinner (Lasiocampa quercus)

Die Raupen verpuppen sich Anfang Juni in einem pergamentartigen Kokon

Name

Eichenspinner (Lasiocampa quercus)

Familie

Glucken (Lasiocampidae)

Körpergröße

Spannweite Männchen 45–60 mm, Weibchen 60–80 mm; Raupenlänge bis 90 mm

Merkmale

Die junge Raupe ist fast schwarz, während die erwachsene Raupe eine dichte, pelzige, gelbbraune Behaarung trägt. Sie zeigt auffällige, weiße Seitenflecken und dunkle Segmenteinschnitte. Bei Gefahr rollt sie sich ein und präsentiert die intensiv brennenden, steifen Haare ihrer Rückenpolster. Der pergamentartige Kokon, in dem sich die Raupe verpuppt, liegt auf dem Boden und ist fest und oval geformt. Die Falter zeigen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Männchen sind rotbraun bis ockergelb gefärbt mit einer markanten weißen Querbinde auf den Vorderflügeln und führen einen charakteristisch zickzackförmigen Tagesflug durch. Weibchen sind deutlich größer und heller, oft gelblich-braun.

Lebensraum

Der Eichenspinner besiedelt lichte Laub- und Mischwälder, Waldränder, Heiden, Gebüschzonen und strukturreiche Kulturlandschaften. Bevorzugte Lebensräume sind eichenreiche Wälder und Heideflächen, aber auch Brombeer- und Schlehengebüsche werden angenommen. Die Raupen fressen an Eiche, Schlehe, Brombeere, Heidekraut und weiteren Gehölzen. Die Flugzeit der Falter erstreckt sich je nach Region von Juni bis August, wobei Männchen tagsüber aktiv sind, während Weibchen überwiegend nachts fliegen. Raupen sind ab September zu finden, überwintern als Jungraupe und werden im folgenden Frühjahr erneut aktiv. Die Verpuppung erfolgt Anfang Juni.

Besonderheiten

Das Paarungsverhalten ist bemerkenswert: Weibchen locken Männchen über Pheromone aus großer Entfernung an. Die Eiablage erfolgt ungewöhnlicherweise im Flug, die Eier werden einfach fallengelassen. Die dichten Körperhaare der Raupen können bei empfindlichen Menschen Hautreizungen verursachen und dienen gleichzeitig als Fraßschutz gegen Fressfeinde. Der Eichenspinner gilt in Mitteleuropa als weit verbreitet, ist jedoch durch den Rückgang lichter Wälder und Heiden regional zurückgegangen. Verwechslungen sind möglich mit dem Grasglucken-Komplex sowie mit anderen Lasiocampidae-Arten.