Weidenbohrer (Cossus cossus)
Name
Weidenbohrer (Cossus cossus)
Familie
Cossidae (Holzbohrer)
Körpergröße
Falter Spannweite 70–95 mm; Raupenlänge bis 100 mm
Merkmale
Die Raupe des Weidenbohrers ist auffällig gefärbt: die Oberseite zeigt ein kräftiges Rotbraun bis Dunkelrot, die Unterseite ist heller, gelblich-rosa. Der Körper ist kräftig gebaut und kann bis zu 10 cm Länge erreichen. Der ausgewachsene Falter ist graubraun mit feiner, dunkler Querbänderung auf den Vorderflügeln, die an Baumrinde erinnert und hervorragende Tarnung bietet. Der Hinterleib ist ebenfalls graubraun gebändert. Männchen sind etwas kleiner als Weibchen.
Lebensraum
Der Weidenbohrer besiedelt Auwälder, Flussufer, Parkanlagen und alte Obstgärten – überall dort, wo ältere Laubbäume wachsen. Bevorzugte Nahrungsbäume der Raupe sind Weiden (Salix), seltener Pappeln (Populus), Birken (Betula), Erlen (Alnus) sowie verschiedene Obstbäume. Die Raupen sind von August bis Mai im Holz aktiv und überwintern dort. Die Flugzeit der Falter erstreckt sich von Juni bis August, mit einem Schwerpunkt im Frühsommer. Die Art ist in ganz Europa verbreitet und kommt von der Tiefebene bis in mittlere Gebirgslagen vor.
Besonderheiten
Der Weidenbohrer ist einer der größten europäischen Schmetterlinge. Die Larvalentwicklung dauert zwei bis vier Jahre, da Holz sehr nährstoffarm ist. Die Raupen verraten sich oft durch ihren charakteristischen, intensiven Geruch nach Essig oder Holzessig sowie durch Holzmehl und Kotspäne an den Fraßöffnungen. Die langen Fraßgänge im Holz können Bäume ernsthaft schädigen und sogar zum Absterben bringen. Natürliche Feinde sind vor allem Spechte, die gezielt nach den Larven suchen. Der Falter nimmt als Adulttier keine Nahrung mehr auf. Eine Verwechslung ist möglich mit dem selteneren Pappelbohrer (Cossus terebra), der jedoch größer und heller gefärbt ist.