Blutströpfchen (Zygaena filipendulae)

Blutströpfchen Raupen ernähren sich überwiegend von Wicken- und Kleearten

Name

Blutströpfchen (Zygaena filipendulae)

Familie

Widderchen (Zygaenidae)

Körpergröße

Spannweite 30–40 mm; Raupenlänge 18–22 mm

Merkmale

Das Blutströpfchen gehört zu den auffälligsten heimischen Schmetterlingen. Die Flügel des Falters sind schwarz-metallisch blaugrün glänzend, die Vorderflügel tragen sechs leuchtend rote Flecken – daher der volkstümliche Name. Die Hinterflügel sind einfarbig rot mit schmalem dunklem Rand. Diese Farbkombination ist eine klassische Warntracht, die Fressfeinde auf die Giftigkeit des Tieres hinweist. Die Raupe ist gelblich-grün mit schwarzen Punktreihen und wirkt gedrungen.

Lebensraum

Das Blutströpfchen besiedelt blütenreiche, magere Wiesen, Trocken- und Halbtrockenrasen, Wegränder, Böschungen und lichte Waldränder. Die Art bevorzugt warme, sonnige Standorte mit reichem Vorkommen ihrer Futterpflanzen Hornklee (Lotus corniculatus) und Kronwicke (Coronilla). Die Raupen sind im September sowie erneut im Juni zu beobachten, da sie im Raupenstadium überwintern und ihre Entwicklung im Folgejahr fortsetzen. Die Falter fliegen von Juni bis August und sind tagsüber aktiv.

Besonderheiten

Das Blutströpfchen ist trotz seiner auffälligen Färbung gut geschützt: Raupe und Falter enthalten Blausäure-Verbindungen (Cyanoglykoside), die sie für die meisten Fressfeinde ungenießbar machen. Die Überwinterung erfolgt im Raupenstadium, was für Schmetterlinge vergleichsweise selten ist. Die Verpuppung findet in einem charakteristischen, pergamentartigen, spindelförmigen Kokon statt, der oft an Grashalmstängeln befestigt ist. Verwechslungsgefahr besteht mit anderen Zygaena-Arten wie dem Veränderlichen Widderchen (Zygaena ephialtes) oder dem Fünffleck-Widderchen (Zygaena trifolii). In Deutschland ist die Art weit verbreitet, durch den Rückgang magerer Wiesen jedoch regional unter Druck geraten.