Ringelspinner (Malacosoma neustria)
Name
Ringelspinner (Malacosoma neustria)
Familie
Lasiocampidae (Glucken)
Körpergröße
Falter Spannweite 25–40 mm; Raupenlänge bis ca. 55 mm
Merkmale
Die ausgewachsene Raupe des Ringelspinners ist auffällig gefärbt und leicht zu erkennen: Der Körper zeigt einen blaugrauen Grundton mit orangefarbenen, weißen und schwarzen Längsstreifen, die sich über den gesamten Rücken ziehen. Besonders markant sind die beiden schwarzen Punkte am Kopf, die wie Augen wirken und als Scheinaugen bezeichnet werden. Der Körper ist dicht mit feinen Haaren besetzt. Der Falter selbst ist unauffälliger: Männchen sind ockergelb bis hellbraun mit zwei dunkleren Querstreifen auf den Vorderflügeln, Weibchen etwas größer und kräftiger gefärbt.
Lebensraum
Der Ringelspinner besiedelt Laubwälder, Waldränder, Hecken, Obstgärten und Parkanlagen – überall dort, wo geeignete Nahrungspflanzen wachsen. Die Raupen fressen an zahlreichen Laubgehölzen, darunter Salweide, Schlehdorn, Weißdorn, Apfel, Eiche, Birke und Pflaume. Die Raupenzeit erstreckt sich von Mai bis Juni. Die Falter fliegen von Juni bis August und sind nachtaktiv.
Besonderheiten
Ein besonders auffälliges Merkmal des Ringelspinners ist das Sozialverhalten der Raupen: Sie leben in großen Gruppen und spinnen gemeinsam dichte Gespinstzelte in Astgabeln ihrer Nahrungspflanzen, die als Ruheplatz und Schutz dienen. Mit zunehmender Reife lösen sich die Raupen zunehmend aus dem Verband und leben schließlich einzeln. Das Weibchen legt seine Eier in charakteristischen, ringförmig um dünne Zweige angeordneten Gelegen ab – daher der Name Ringelspinner. Die Eier überwintern, bevor im Frühjahr die jungen Raupen schlüpfen. In Jahren mit hoher Populationsdichte kann die Art als Forst- und Obstbaumschädling auftreten und Gehölze erheblich entlauben. Natürliche Gegenspieler sind verschiedene Parasitoide und Vögel. Die Art ist in Europa weit verbreitet.