Ringelspinner (Malacosoma neustria)
Name
Ringelspinner (Malacosoma neustria)
Familie
Glucken (Lasiocampidae)
Körpergröße
Flügelspannweite 25–40 mm
Merkmale
Der Ringelspinner ist ein mittelgroßer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 25 bis 40 mm, wobei die Weibchen deutlich größer und kräftiger gebaut sind als die Männchen. Die Vorderflügel sind ockergelb bis rotbraun gefärbt und zeigen zwei parallele, dunklere Querlinien, die ein charakteristisches helles Band einschließen. Männchen wirken insgesamt etwas blasser und schlanker. Der Körper ist dicht behaart, wie für Glucken typisch. Die Raupen sind auffällig gezeichnet: Ihr Körper trägt blau-graue, orangerote und weiße Längsstreifen und ist mit feinen Haarbüscheln besetzt, was sie gut erkennbar macht.
Lebensraum
Der Ringelspinner besiedelt strukturreiche Lebensräume wie Hecken-Biotope, Waldränder, Streuobstwiesen und lichte Wälder, wo ausreichend Laubgehölze als Nahrungsgrundlage für die Raupen vorhanden sind. Die Art ist weit verbreitet und in weiten Teilen Europas und Asiens heimisch. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich von Juni bis August. Die Raupen sind im Frühjahr, von April bis Juni, aktiv und ernähren sich von einer Vielzahl an Laubgehölzen, darunter Schlehe, Hainbuche, Apfel und Stieleiche.
Besonderheiten
Namensgebend für den Ringelspinner ist das charakteristische Eigelege der Weibchen: Sie legen ihre Eier in einem dichten Ring um dünne Laubbaumäste, wo sie als kompakter Reif den Winter überdauern. Dieses Merkmal ist im Freiland gut erkennbar und ein sicheres Bestimmungsmerkmal. Die gesellig lebenden Jungraupen bauen gemeinsam auffällige Gespinstzelte in Astgabeln, in die sie sich bei Gefahr zurückziehen. In manchen Jahren kann die Art lokal in größerer Zahl auftreten und dabei Obstbäume und Heckengehölze erheblich entlauben, was im Erwerbsobstbau als Schaden wahrgenommen wird. Natürliche Gegenspieler wie Schlupfwespen, Raupenfliegen und insektenfressende Vögel regulieren die Populationen jedoch meist wirkungsvoll.