Pfeileule (Acronicta psi)

Die Raupen der Pfeileule findet man in Wäldern

Name

Pfeileule (Acronicta psi)

Familie

Eulenfalter (Noctuidae)

Körpergröße

Falter Spannweite 37–44 mm; Raupenlänge bis ca. 40 mm

Merkmale

Die Raupe der Pfeileule ist eines der auffälligsten Raupenbilder Mitteleuropas. Sie trägt einen langen, schwarzen Haarpinsel auf dem Rücken, der wie ein aufrechter Dorn wirkt, sowie seitliche gelbe oder orangefarbene Haarbüschel. Die Grundfarbe des Körpers ist grau bis schwärzlich, häufig mit einer markanten roten oder orangefarbenen Längslinie auf dem Rücken. Der ausgewachsene Falter ist dagegen schlicht gezeichnet: Die Vorderflügel zeigen ein grau-weißes Muster mit charakteristischen schwarzen Pfeilzeichen, die der Art ihren deutschen Namen geben. Die Hinterflügel sind einfarbig weißlich-grau.

Lebensraum

Die Pfeileule besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen und ist in Laubwäldern, Parkanlagen, Streuobstwiesen und Gärten anzutreffen, überall dort, wo geeignete Laubgehölze wachsen. Die Raupen leben von Mai bis November an verschiedenen Laubhölzern und Sträuchern wie Schlehe, Weißdorn, Apfel, Birke, Linde, Ulme und Eberesche. Der Falter selbst ist nachtaktiv und fliegt in zwei Generationen etwa von April bis September, wobei er häufig an Lichtquellen beobachtet werden kann. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet.

Besonderheiten

Zur Verpuppung sucht die Raupe geschützte Stellen wie Rindenspalten, Spalten unter loser Rinde oder morsches Holz auf und bildet dort einen lockeren Kokon. Die Überwinterung erfolgt im Puppenstadium, sodass der Falter erst im folgenden Frühjahr schlüpft. Die auffällige Behaarung der Raupe dient als Fraßschutz gegenüber Fressfeinden. Die Falter der Pfeileule sind von der sehr ähnlichen Dreizack-Pfeileule (Acronicta tridens) äußerlich nicht sicher zu unterscheiden; eine sichere Bestimmung der Falter erfordert in der Regel eine Untersuchung der Genitalmerkmale. Die Raupen der beiden Arten sind dagegen deutlich verschieden und können anhand ihrer Merkmale unterschieden werden.