Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)
Name
Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)
Familie
Schwärmer (Sphingidae)
Körpergröße
Falter mit 40–45 mm Spannweite; Raupenlänge bis ca. 45 mm
Merkmale
Die Raupe des Taubenschwänzchens ist grün bis bräunlich gefärbt und trägt seitlich helle Längsstreifen. Das auffälligste Erkennungsmerkmal ist der charakteristische orange-blaue Schwanzstachel am Hinterleibsende, der diese Art sicher von ähnlichen Schwärmerraupen unterscheidet. Der Falter selbst ist unverkennbar: Die Vorderflügel sind graubraun gemustert, während die Hinterflügel leuchtend orangefarben erscheinen. Im Flug erinnert das Taubenschwänzchen durch seinen summenden Flügelschlag und das schwebende Saugen an Nektar täuschend an einen Kolibri.
Lebensraum
Das Taubenschwänzchen besiedelt offene, blütenreiche Lebensräume wie Wiesen, Gärten, Wegränder, Ruderalflächen und auch Industriebrachen. Die Raupen leben ausschließlich an Labkräutern (Galium spec.), die auf mageren Wiesen und Böschungen weit verbreitet sind. Die Raupen sind von Juni bis August zu finden. Der Falter ist als tagaktiver Wanderfalter nahezu den gesamten Sommer über anzutreffen, von Mai bis Oktober, an warmen Tagen sogar ganzjährig in milden Lagen.
Besonderheiten
Das Taubenschwänzchen ist ein ausgeprägter Zugfalter, der alljährlich aus dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa einwandert. In warmen Jahren gelingt hierzulande eine zweite Generation. Dank seines schwebendem Rüttelflug und dem langen Saugrüssel kann es Nektar im Schwebflug aufnehmen, ähnlich wie ein Kolibri – daher wird es im Volksmund auch Kolibrischwärmer genannt. Als Verwechslungsarten gelten andere Schwärmerraupen, etwa die des Galium-Schwärmers (Hyles gallii), doch der orange-blaue Stachel des Taubenschwänzchens ist ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal. Die Art gilt in Deutschland als nicht gefährdet und profitiert von der Ausbreitung durch den Klimawandel.