Miniersackmotte Incurvaria oehlmanniella

Miniersackmotte Incurvaria oehlmanniella

Name

Incurvaria oehlmanniella

Familie

Incurvariidae (Langhornmotten)

Körpergröße

Flügelspannweite 12–15 mm

Merkmale

Incurvaria oehlmanniella ist ein kleiner Falter mit einer Flügelspannweite von 12 bis 15 mm. Die Vorderflügel sind dunkel bronzefarben mit einem hellen Gegenfleck an der Costa, der charakteristisch in Richtung Apex verschoben ist. Dieses Merkmal unterscheidet die Art zuverlässig von der ähnlichen Incurvaria masculella, bei der der Fleck meist fehlt oder zur Flügelwurzel hin verlagert ist. Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal: Die Männchen von Incurvaria oehlmanniella tragen keine gefiederten Fühler, während die Männchen von Incurvaria masculella durch auffällig gekämmte Fühler auffallen.

Lebensraum

Die Art besiedelt gehölzreiche Lebensräume wie Waldränder, Gebüschstreifen und lichte Laubwälder, in denen ihre Raupenfutterpflanzen vorkommen. Die Raupen entwickeln sich an verschiedenen Sträuchern und Laubbäumen, darunter Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) und Schlehe (Prunus spinosa). Die Falter fliegen von Juni bis Juli und sind damit typische Frühsommerbewohner strukturreicher Gehölzlebensräume.

Besonderheiten

Die Determination wurde durch Tina Schulz bestätigt. Besonders auffällig ist das Raupenstadium: Die frisch geschlüpften Raupen schneiden ein Stück aus einem Blatt heraus und fertigen daraus ein tragbares Gehäuse, mit dem sie sich gezielt zu Boden fallen lassen. Dieses Verhalten schützt sie vor Fressfeinden und ermöglicht eine rasche Weiterentwicklung am Boden. Das Bauen solcher Blatttaschen ist namensgebend für die gesamte Familie der Miniersackmotten und ein faszinierendes Beispiel für instinktgesteuertes Schutzverhalten bei Schmetterlingsraupen.