Kleiner Blaupfeil (Orthetrum coerulescens)

Orthetrum coerulescens Männchen

Name

Kleiner Blaupfeil (Orthetrum coerulescens)

Familie

Libellulidae (Segellibellen)

Körpergröße

Körperlänge bis 45 mm, Flügelspannweite 58–68 mm

Merkmale

Ausgewachsene Männchen des Kleinen Blaupfeils tragen eine charakteristische hellblaue Bereifung (Pruinosität) auf dem Hinterleib, die sich mit zunehmendem Alter intensiviert. Junge Männchen zeigen zunächst noch eine gelblich-bräunliche Grundfärbung, die erst nach einigen Wochen vollständig von der blauen Bereifung überdeckt wird. Die Flügel sind an der Basis leicht gelblich getönt, die Flügelspitzen zeigen dunkle Flecken (Pterostigma). Weibchen und Jungtiere sind überwiegend gelblich-braun mit dunkler Rückenlinie gezeichnet. Der Kleine Blaupfeil ähnelt dem Großen Blaupfeil (Orthetrum cancellatum), ist jedoch deutlich kleiner und schlanker.

Lebensraum

Der wärmeliebende Kleine Blaupfeil besiedelt bevorzugt langsam fließende, flache Gewässer mit sauberem, sauerstoffreichem Wasser. Typische Habitate sind quellige Hangmoore, Quellrinnsale, Wiesengräben und schmale Bachabschnitte mit lückiger Ufervegetation. Die Art gilt als Charakterart der Quellmoore und Sickerwasseraustritte. Offene, besonnte Uferbereiche mit niedrigem Bewuchs werden bevorzugt. Die Flugzeit erstreckt sich von Juni bis September, mit einem Höhepunkt der Aktivität in den Sommermonaten Juli und August.

Besonderheiten

Männchen des Kleinen Blaupfeils zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten und sind auffallend ortstreu – sie kehren über Stunden oder sogar Tage immer wieder zum gleichen Ansitzplatz zurück, von dem aus sie Beute jagen und Weibchen abfangen. Die Art gilt als empfindlicher Indikator für intakte Quellbiotope und saubere Kleinstgewässer. Durch Entwässerung, Begradigung von Bächen und die Zerstörung von Quellmooren ist sie in weiten Teilen Deutschlands stark zurückgegangen. In der Roten Liste Niedersachsens wird sie mit RL 2 (stark gefährdet) eingestuft. Auch bundesweit ist der Bestand rückläufig, weshalb der Schutz und die Renaturierung geeigneter Feuchtbiotope für den Erhalt dieser Art von zentraler Bedeutung sind.