Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltonii)

Zweigestreifte Quelljungfer Cordulegaster boltonii

Name

Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltonii)

Familie

Quelljungfern (Cordulegastridae)

Körpergröße

Körperlänge bis 80 mm, Flügelspannweite 85–105 mm

Merkmale

Die Zweigestreifte Quelljungfer gehört zu den größten heimischen Libellenarten. Ihr schlanker, schwarzer Hinterleib ist charakteristisch mit je einem großen und einem kleinen gelben Querstreifen pro Segment gezeichnet – dieses doppelte Streifenmuster ist namensgebend und unterscheidet die Art deutlich von der ähnlichen Gestreiften Quelljungfer (Cordulegaster bidentata), die nur eine einzelne Querbinde je Segment trägt. Die Augen sind auffällig grün und berühren sich beim Männchen auf der Scheiteloberseite in einem einzigen Punkt. Die Weibchen besitzen einen kräftigen, nach unten gerichteten Legestachel, mit dem sie Eier in sandigen Bachgrund stechen.

Lebensraum

Die Zweigestreifte Quelljungfer ist eng an saubere, strukturreiche und besonnte Bäche mit sandig-kiesigem Grund gebunden. Bevorzugt werden kleine, naturnahe Fließgewässer in Wäldern und Heiden, an denen die Larven mehrere Jahre im Bachsediment leben. Die Imagines fliegen von Juni bis August und halten sich oft in der Nähe ihrer Entwicklungsgewässer auf. Männchen patrouillieren in charakteristischem Schwebeflug knapp über der Wasseroberfläche auf der Suche nach Weibchen.

Besonderheiten

Cordulegaster boltonii ist in Niedersachsen als gefährdet eingestuft (Rote Liste RL 3). Hauptursachen sind die Zerstörung und Beeinträchtigung naturnaher Bachabschnitte durch Begradigung, Entwässerung und Wasserverschmutzung. Die Larven entwickeln sich über vier bis fünf Jahre im Sediment kleiner Bäche und sind auf hohe Wasserqualität angewiesen. Die Art ist ein wertvoller Indikator für den ökologischen Zustand von Fließgewässern. Ein weibliches Exemplar wurde im Juli 2006 von Klaus-Peter Pryswitt und dem Autor an der Auter nachgewiesen.