Gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentata)
Name
Gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentata)
Familie
Cordulegastridae (Quelljungfern)
Körpergröße
Körperlänge bis 78 mm, Flügelspannweite 90–105 mm
Merkmale
Die Gestreifte Quelljungfer gehört zu den größten heimischen Libellen. Ihr schlanker, schwarzer Körper ist charakteristisch mit gelben Querstreifen und -flecken gemustert. Die Augen sind auffällig grün und berühren sich beim Männchen auf der Kopfoberseite nur an einem Punkt – ein typisches Merkmal der Quelljungfern. Die Flügel sind glasklar und ungefleckt. Weibchen besitzen eine lange, stilettförmige Legeröhre, mit der sie Eier in das feuchte Substrat an Quellstellen beziehungsweise in den Bachgrund stechen. Von der sehr ähnlichen Zweigestreiften Quelljungfer (Cordulegaster boltonii) unterscheidet sich die Art vor allem durch die Form der gelben Hinterleibsflecken.
Lebensraum
Die Gestreifte Quelljungfer ist eine Charakterart naturnaher Quellbereiche in Mittelgebirgslagen. Ihre Larven besiedeln Kalkquellmoore sowie den unmittelbaren Quellbereich sauerstoffreicher, kühler Bäche, wo sie sich im feinen Substrat eingraben. Die Art meidet wärmere Tieflandgewässer und ist daher auf intakte, unverbaute Quellhabitate angewiesen. Die Imagines fliegen von Juni bis August und halten sich bevorzugt entlang beschatteter Bachläufe und in lichten Waldgebieten der höheren Lagen auf.
Besonderheiten
Mit einer Larvalentwicklung von bis zu fünf Jahren zählt die Gestreifte Quelljungfer zu den Libellen mit besonders langer Entwicklungszeit. Diese Abhängigkeit von stabilen, langfristig intakten Quellhabitaten macht sie besonders empfindlich gegenüber Veränderungen im Wasserhaushalt und Gewässerverbau. In Deutschland gilt die Art als gefährdet und steht auf der Roten Liste. Der Süntel im Weserbergland, wo das abgebildete Männchen im August 2016 beobachtet wurde, gehört zu den bekannten Vorkommensschwerpunkten in Nordwestdeutschland. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit der häufigeren Zweigestreiften Quelljungfer (Cordulegaster boltonii), die jedoch auch Tieflandbäche besiedelt und etwas andere Zeichnungsmuster aufweist.