Waldtotengräber (Necrophorus vespilloides)

Necrophorus vespilloides findet man in verschiedenen Wäldern

Name

Waldtotengräber (Necrophorus vespilloides)

Familie

Silphidae (Aaskäfer)

Körpergröße

Körperlänge 12–18 mm

Merkmale

Der Waldtotengräber ist ein mittelgroßer, schwarz gefärbter Käfer mit zwei markanten orangeroten Querbinden auf den Flügeldecken. Die Fühler sind an der Spitze schwarz gefärbt und keulenförmig verdickt. Auffällig sind die verkürzten Flügeldecken, die das Hinterleibsende freilassen. Die Beine sind kräftig und gut zum Graben geeignet. Der Körperbau ist insgesamt kompakt und leicht abgeflacht, was dem Tier das Bewegen unter Aas und in lockerem Boden erleichtert.

Lebensraum

Der Waldtotengräber besiedelt bevorzugt verschiedene Waldtypen, darunter Laub-, Misch- und Nadelwälder, ist aber auch in Waldrandbereichen und gebüschreichen Offenlandschaften anzutreffen. Entscheidend für sein Vorkommen ist das Vorhandensein von Kleinsäuger- oder Vogelkadavern, die als Brutressource dienen. Die Aktivitätszeit erstreckt sich von Mai bis Oktober, mit einem Schwerpunkt in den wärmeren Sommermonaten.

Besonderheiten

Das namensgebende Verhalten des Totengräbers ist bemerkenswert: Pärchen graben Kadaver kleiner Wirbeltiere gemeinsam ein, formen sie zu einer Fleischkugel und bereiten sie als Nahrungsvorrat für die Larven auf. Beide Elternteile betreiben aktive Brutpflege, was unter Käfern selten ist. Besonders faszinierend ist die Symbiose mit Milben der Gattung Poecilochirus: Der Käfer transportiert diese Milben als blinde Passagiere zu neuen Kadavern, wo die Milben im Gegenzug Fliegeneier und Fliegenlarven fressen, die sonst als Nahrungskonkurrenten auftreten würden. Zur Verwechslung kann es mit anderen Nicrophorus-Arten kommen, etwa dem Gemeinen Totengräber (Nicrophorus vespillo), der sich unter anderem durch die rot gefärbte Fühlerkeule und die stärker gekrümmten Hinterschienen unterscheidet.