Heidelbeer-Schnabeleule (Hypena crassalis)
Name
Heidelbeer-Schnabeleule (Hypena crassalis)
Familie
Erebidae
Körpergröße
Spannweite 25–30 mm
Merkmale
Die Heidelbeer-Schnabeleule ist ein mittelgroßer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 25 bis 30 mm. Die Vorderflügel zeigen eine markante Verteilung aus einem sehr dunklen (oft schwarzbraunen) Basal- und Mittelfeld, das sich scharf von einem hellen, weißlichen bis hellgrauen Saumfeld absetzt. Der deutsche Name verweist auf den typischen Schnabelpalpen-Charakter der Gattung Hypena: Die langen, vorgestreckten Labialpalpen verleihen dem Falter ein unverwechselbares, schnabelartiges Aussehen. Die Hinterflügel sind einfarbig graubraun. Wie bei vielen Eulenfaltern ruht die Art in typischer Dreiecksstellung mit eng anliegenden Flügeln.
Lebensraum
Die Heidelbeer-Schnabeleule besiedelt moorige Heideflächen, Hochmoore und lichte Nadelwälder, in denen ihre Hauptfraßpflanze, die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), in größeren Beständen vorkommt. Die Art ist damit eng an bodensaure, nährstoffarme Biotope gebunden. Die Flugzeit erstreckt sich von Mai bis August, wobei die Falter vorwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv sind. Die Raupen sind von Sommer bis in den Herbst hinein zu finden und ernähren sich bevorzugt von Heidelbeerblättern, seltener auch von Rauschbeere (Vaccinium uliginosum) oder Heidekraut (Calluna vulgaris).
Besonderheiten
Hypena crassalis zählt zu den ausgesprochenen Spezialisten unter den heimischen Nachtfaltern, da ihre Verbreitung unmittelbar an das Vorkommen der Heidelbeere als Wirtspflanze gekoppelt ist. Durch den Rückgang geeigneter Moore und Heiden sowie durch Veränderungen im Wasserhaushalt dieser Lebensräume steht die Art regional unter Druck. In manchen Bundesländern wird sie daher auf Vorwarnlisten geführt.