Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)

Vaccinium myrtillus wächst in Nadel- oder Moor-Wäldern

Name

Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)

Familie

Heidekrautgewächse (Ericaceae)

Merkmale

Die Heidelbeere ist ein sommergrüner Zwergstrauch, der typischerweise 15 bis 50 cm hoch wird. Die Zweige sind charakteristisch grün und kantig. Die Blätter sind eiförmig, fein gesägt und hellgrün. Die kleinen, kugeligen Blüten erscheinen von April bis Juni und sind weißlich-rosa bis rötlich gefärbt. Die reifen Früchte sind kugelig, blauschwarz und mit einem bläulichen Reifbelag überzogen. Das Fruchtfleisch ist dunkelrot bis violett gefärbt und hinterlässt beim Verzehr deutliche Verfärbungen an Zähnen und Zunge.

Standort und Verbreitung

Die Heidelbeere wächst bevorzugt an bodensauren, nährstoffarmen Standorten in Nadel- und Mischwäldern sowie in Mooren und auf Heiden. Sie bevorzugt humose, feuchte bis mäßig trockene Böden und verträgt keine Kalkböden. Die Art ist in weiten Teilen Europas, Nordasiens und Nordamerikas verbreitet und in Deutschland nahezu flächendeckend anzutreffen, besonders häufig in Mittelgebirgen und Alpenregionen. Die Blütezeit liegt zwischen April und Juni, die Früchte reifen von Juli bis September.

Besonderheiten

Die Früchte der Heidelbeere sind essbar und zählen zu den beliebtesten Wildfrüchten überhaupt. Sie werden frisch gegessen oder zu Marmelade, Saft und Kuchen verarbeitet. In der Naturheilkunde werden getrocknete Beeren bei Durchfallerkrankungen eingesetzt, da sie adstringierende Gerbstoffe enthalten. Frische Beeren hingegen wirken leicht abführend. Aufgüsse aus Blättern und Früchten finden Anwendung bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Die Heidelbeere ist reich an Anthocyanen, die als Antioxidantien gelten. Verwechslungen sind möglich mit der Rauschbeere, deren Fruchtfleisch jedoch hell ist und die schwach giftig wirken kann.