Großer Kolbenwasserkäfer (Hydrophilus piceus)
Name
Großer Kolbenwasserkäfer (Hydrophilus piceus)
Familie
Wasserfreunde (Hydrophilidae)
Körpergröße
34–50 mm Körperlänge
Merkmale
Der Große Kolbenwasserkäfer zählt zu den größten heimischen Wasserkäfern Europas. Die Oberseite ist glänzend schwarz bis schwarzgrün, die Unterseite zeigt einen charakteristischen gelblich-braunen bis rötlichen Rand an den Seiten des Abdomens. Ein markantes Erkennungsmerkmal ist der lange, spitze Brustdorrn (Kiel), der sich auf der Unterseite nach hinten erstreckt. Die Fühler sind keulenförmig verdickt, was der gesamten Familie ihren deutschen Namen gibt. Im Wasser bewegen sich die Käfer mit charakteristisch wechselseitigen Beinschlägen fort.
Lebensraum
Hydrophilus piceus besiedelt vor allem nährstoffreiche, stehende oder sehr langsam fließende Gewässer wie Teiche, Weiher, Altwässer und Gräben mit üppiger Unterwasser- und Schwimmblattvegetation. Die Art ist auf saubere bis mäßig belastete Gewässer mit reichem Pflanzenbewuchs angewiesen. Adulte Tiere sind überwiegend von April bis Oktober aktiv und unternehmen nächtliche Flüge zu neuen Gewässern. Die Imagines überwintern meist an Land unter Laub und Moos in Gewässernähe.
Besonderheiten
Während die Larven räuberisch leben und vor allem Wasserschnecken sowie andere Wassertiere erbeuten, ernähren sich die erwachsenen Käfer überwiegend von pflanzlicher Nahrung und Detritus, nehmen aber auch tierische Nahrung auf. Zur Luftaufnahme steigt der Käfer an die Wasseroberfläche und erneuert seinen Luftvorrat, der unter den Flügeldecken und in der behaarten Unterseite des Körpers gespeichert wird. Das Weibchen spinnt einen charakteristischen Eikokon aus Seide, der an der Wasseroberfläche befestigt wird und einen hohlen Fortsatz als Luftzufuhr besitzt. Die Art kann mit dem sehr ähnlichen Schwarzen Kolbenwasserkäfer (Hydrophilus aterrimus) verwechselt werden, der jedoch meist etwas kleiner ist und andere Habitatpräferenzen zeigt. In der Roten Liste Niedersachsens wurde Hydrophilus piceus als stark gefährdet (RL 2) eingestuft, was den Rückgang geeigneter Flachwasserhabitate widerspiegelt.