Haselnussbohrer (Curculio nucum)

Curculio nucum findet man in lichten Wäldern

Name

Haselnussbohrer (Curculio nucum)

Familie

Rüsselkäfer (Curculionidae)

Körpergröße

Körperlänge 6–8,5 mm

Merkmale

Der Haselnussbohrer gehört zu den mittelgroßen Rüsselkäfern und ist durch seinen auffällig langen, dünnen Rüssel unverwechselbar – bei den Weibchen ist dieser besonders ausgeprägt und kann annähernd so lang wie der Körper sein. Die Flügeldecken sind braun bis rotbraun gefärbt und mit hellen Schuppenhärchen bedeckt, die ein geflecktes Muster erzeugen. Charakteristisch ist ein kleiner Haarkamm auf der hinteren Flügeldeckennaht. Die Beine sind kräftig und zum Festhalten an Zweigen und Früchten gut geeignet.

Lebensraum

Der Haselnussbohrer besiedelt lichte Laubwälder, Waldränder und Hecken-Biotope, wo seine Wirtspflanzen – vor allem Hasel, aber auch verschiedene Obstbäume wie Kirsche und Eiche – in ausreichender Zahl vorkommen. Die Imagines sind von Mai bis August aktiv, mit einem Schwerpunkt im Frühsommer. Einzelne Exemplare können jedoch noch bis in den Oktober hinein beobachtet werden, wie ein Fund im Hohen Holz bei Wunstorf im Oktober 2013 belegt.

Besonderheiten

Das Weibchen bohrt mit seinem langen Rüssel ein feines Loch in die noch unreife Haselnuss und legt dort ein einzelnes Ei ab. Die Larve frisst sich durch das Nussinnere, verlässt im Herbst die fertig entwickelte Nuss und verpuppt sich im Boden. Die Entwicklung kann sich über mehrere Jahre hinziehen. Befallene Nüsse fallen oft frühzeitig ab, erkennbar am kleinen Bohrloch. Eine ähnliche Art ist der Eichelbohrer (Curculio glandium), der jedoch vorwiegend Eicheln befällt. Der Haselnussbohrer gilt in Mitteleuropa als weit verbreitet und nicht gefährdet.