Borkenkäfer der Gattung Scolytus (Scolytus spp.)

Borkenkäfer der Gattung Scolytus

Name

Scolytus spp.

Familie

Rüsselkäfer (Curculionidae), Unterfamilie Scolytinae

Körpergröße

1,5–6 mm (je nach Art)

Merkmale

Die Arten der Gattung Scolytus sind kleine, gedrungen gebaute Käfer mit zylindrischem Körper und hartem Chitinpanzer. Die Färbung reicht je nach Art von dunkelbraun bis schwarz, gelegentlich mit rötlich-braunen Anteilen. Charakteristisch ist der abgestutzt wirkende Hinterleib, dessen Unterseite bei manchen Arten einen auffälligen Zahn oder Höcker aufweist – ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. Der Kopf ist im Halsschild eingesenkt, die Fühler sind gekniet und tragen eine deutliche Keule. Da sich die Arten optisch stark ähneln, ist eine sichere Bestimmung anhand von Fotos oft nicht möglich und erfordert eine genaue Untersuchung der Unterseite.

Lebensraum

Die Arten dieser Gattung besiedeln überwiegend Laubbäume, darunter Ulmen, Obstbäume und verschiedene andere Laubgehölze. Je nach Art werden geschwächte, absterbende oder frisch abgestorbene Bäume, Äste und Zweige besiedelt; einzelne Arten der Gattung sind jedoch auch an Nadelbäume gebunden. Die Larven entwickeln sich unter der Rinde und legen dort charakteristische, je nach Art unterschiedlich geformte Fraßgänge an. Die Flugzeit der Adulttiere liegt je nach Art und Region überwiegend im Frühjahr und Sommer.

Besonderheiten

Ökologisch besonders bedeutsam ist die Fähigkeit mehrerer Scolytus-Arten, pathogene Pilze zu übertragen. Der bekannteste Fall ist die Übertragung der Erreger des Ulmensterbens durch den Kleinen Ulmensplintkäfer (Scolytus multistriatus) und den Großen Ulmensplintkäfer (Scolytus scolytus). Die Larven und erwachsenen Käfer legen ihre Fraßgänge überwiegend in der Rinde beziehungsweise im Bereich des Bastes und Splintholzes an. Das Ulmensterben wird durch die von den Käfern übertragenen Ophiostoma-Pilze verursacht, die das Leitgewebe der Ulmen besiedeln und dadurch den Wassertransport beeinträchtigen. Befallene Bäume zeigen zunächst welkende Äste und Zweige. Scolytus-Arten gelten überwiegend als Sekundärbesiedler geschwächter oder absterbender Bäume und erfüllen damit auch eine wichtige Funktion im natürlichen Abbau von Gehölzen.