Pilze (Fungi) - Wissenswertes und Artensteckbriefe

Pilze sind weder Pflanzen noch Tiere, sondern bilden ein eigenes Reich des Lebens. Weltweit sind vermutlich mehrere Millionen Arten bekannt oder noch unentdeckt. Ihre Lebensformen reichen von winzigen Hefen bis zu riesigen unterirdischen Pilzgeflechten. Im Ökosystem übernehmen Pilze wichtige Aufgaben: Sie zersetzen abgestorbenes Material, erschließen Nährstoffe und gehen mit Pflanzen enge Partnerschaften ein. Viele Arten bilden Fruchtkörper, die wir als Pilze im Wald erkennen. Andere leben verborgen im Boden, auf Pflanzen oder in und auf Tieren. Für den Menschen sind Pilze zugleich Nahrung, Medizin, Kulturpflanzen-Begleiter und Forschungsobjekte - manche Arten sind allerdings giftig oder sogar tödlich. Diese Seite stellt 252 ausgewählte Arten im Detail vor.

Ein eigenes Reich des Lebens

Pilze gehören zur Domäne der Eukaryoten und bilden ein eigenständiges biologisches Reich. Anders als Pflanzen besitzen sie kein Chlorophyll und können deshalb keine Photosynthese betreiben. Ihre Nahrung beziehen sie aus organischen Stoffen, die sie außerhalb ihrer Zellen enzymatisch aufschließen und anschließend aufnehmen. Typisch ist das Hyphengeflecht: Viele Pilze bestehen aus langen, feinen Zellfäden, den Hyphen. Gemeinsam bilden sie das Myzel, das oft weitgehend verborgen im Boden oder in einem anderen Lebensraum wächst.

Die unverzichtbare Arbeit im Ökosystem

Eine zentrale Rolle spielen Pilze als Zersetzer. Sie bauen beispielsweise Holz, Laub und andere organische Substanzen ab und machen darin gebundene Nährstoffe wieder verfügbar. Besonders wichtig sind sie beim Abbau von Zellulose und Lignin, also Bestandteilen pflanzlicher Zellwände. Ohne diese Tätigkeit würden sich organische Reste in vielen Lebensräumen wesentlich langsamer zersetzen. Pilze tragen damit entscheidend zum Stoffkreislauf in Wäldern und anderen Ökosystemen bei.

Partnerschaften mit Pflanzen

Viele Pilze leben in einer Mykorrhiza genannten Symbiose mit Pflanzenwurzeln. Das Pilzmyzel vergrößert dabei gewissermaßen die Reichweite des Wurzelsystems und kann die Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen unterstützen. Im Gegenzug erhält der Pilz energiereiche Kohlenhydrate aus der Pflanze.

Fruchtkörper, Sporen und Vielfalt

Der sichtbare Pilz im Wald ist häufig nur der Fruchtkörper - etwa ein Hutpilz mit Stiel. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, Sporen zu bilden und zu verbreiten. Diese mikroskopisch kleinen Fortpflanzungseinheiten können durch Wind, Wasser oder Tiere transportiert werden. Die Formenvielfalt ist erstaunlich: Es gibt leuchtend gefärbte Pilze, Holzbewohner, unterirdisch wachsende Arten und einzellige Hefen. Auch für den Menschen sind Pilze bedeutsam - von Champignons und Hefen bis zu Arten, die Wirkstoffe liefern oder Krankheiten verursachen.

Schleimpilze (Myxomycetes)

Schleimpilze sind erstaunliche Lebewesen, die vor allem auf Totholz, Laub und anderen organischen Materialien zu finden sind. Trotz ihres Namens gehören sie nicht zu den echten Pilzen. Einen Teil ihres Lebens verbringen sie als winzige, einzellige Organismen, später können sie sich zu einem vielkernigen, kriechenden Plasmodium entwickeln. Dieses bewegt sich langsam durch seine Umgebung und nimmt dabei Bakterien, Pilzsporen, Hefen und organische Teilchen auf. Unter geeigneten Bedingungen entstehen auffällige Fruchtkörper, die Sporen bilden. So unscheinbar Schleimpilze oft sind, spielen sie eine wichtige Rolle beim Abbau organischer Substanz und überraschen mit ungewöhnlichen Strategien. Diese Seite stellt 20 ausgewählte Arten im Detail vor.