Wald-Nelkenrüssler (Sibinia pellucens)

Wald-Nelkenrüssler

Name

Wald-Nelkenrüssler (Sibinia pellucens)

Familie

Rüsselkäfer (Curculionidae)

Körpergröße

Körperlänge ca. 4 mm

Merkmale

Der Wald-Nelkenrüssler ist ein kleiner Rüsselkäfer von etwa 4 mm Körperlänge. Wie alle Vertreter der Gattung Sibinia besitzt er den charakteristischen, deutlich verlängerten Rüssel der Curculionidae, der zur Eiablage in Pflanzengewebe genutzt wird. Die Körperoberfläche ist dicht beschuppt und zeigt eine graubraune bis hellbraune Grundfärbung mit einer feinen, hellen Schuppenmusterung. Die Flügeldecken weisen eine längsgeriefte Struktur auf. Männchen und Weibchen unterscheiden sich geringfügig in der Rüssellänge, wobei der Rüssel der Weibchen etwas länger und schlanker ausgebildet ist, was die präzise Eiablage in die Fruchtkapseln erleichtert.

Lebensraum

Der Wald-Nelkenrüssler besiedelt offene bis halboffene Lebensräume und ist keineswegs auf den Wald beschränkt, obwohl sein Name dies vermuten lässt. Man findet ihn auf Wiesen, Brachflächen, an Wegrändern und auf Ruderalflächen – überall dort, wo seine Hauptwirtspflanze, die Weiße Lichtnelke (Silene latifolia), vorkommt. Die Hauptaktivitätszeit der Imagines liegt von Mai bis Juni.

Besonderheiten

Der Wald-Nelkenrüssler ist eng an die Weiße Lichtnelke als Wirtspflanze gebunden. Die Weibchen legen ihre Eier gezielt an die Fruchtkapseln dieser Pflanze ab. Die geschlüpften Larven entwickeln sich im Inneren der Kapseln und ernähren sich dort vom Samengewebe, was die Samenproduktion der Wirtspflanze direkt beeinträchtigt. Dieses Verhalten bezeichnet man als Samenprädation. Interessanterweise teilt sich die Art diese Wirtspflanze mit weiteren spezialisierten Insekten, darunter der Nelkenwürger-Rüsselkäfer Hadrobregmus sowie verschiedene Blumenwanzen. Die Art ist in Mitteleuropa verbreitet, gilt jedoch aufgrund der Abhängigkeit von ihrer Wirtspflanze als Indikator für naturnahe, extensiv genutzte Offenlandbiotope.