Weiße Lichtnelke, Nachtnelke (Silene latifolia)

Die Blüten der Nachtnelke öffnen sich erst gegen Abend

Name

Weiße Lichtnelke, Nachtnelke (Silene latifolia)

Familie

Nelkengewächse (Caryophyllaceae)

Merkmale

Die Weiße Lichtnelke ist eine aufrecht wachsende, meist zweijährige bis kurzlebig ausdauernde Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 cm erreicht. Stängel und Blätter sind weich behaart und leicht klebrig. Die Blätter sind breit-lanzettlich und gegenständig angeordnet. Die auffälligen weißen Blüten besitzen fünf tief eingeschnittene, zweilappige Kronblätter. Der aufgeblasene, röhrenförmige Kelch ist deutlich gerippt – bei weiblichen Pflanzen mit 20 Rippen, bei männlichen mit 10. Die Art ist zweihäusig, trägt also männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen. Der Nektar ist tief im langen Kelch verborgen.

Standort und Verbreitung

Silene latifolia wächst bevorzugt an Wegrändern, auf Ruderalflächen, Schuttplätzen, Ackerrändern und in lichten Gebüschen. Die Art bevorzugt nährstoffreiche, lockere und mäßig trockene Böden in sonniger bis halbschattiger Lage. Sie ist in weiten Teilen Europas, Westasiens und Nordafrikas heimisch und wurde als Neophyt auch in Nordamerika und anderen Regionen eingebürgert. In Deutschland ist sie weit verbreitet und häufig anzutreffen. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September.

Besonderheiten

Ein faszinierendes Merkmal der Nachtnelke ist ihr Blührhythmus: Die Blüten öffnen sich erst gegen Abend und verströmen dann einen süßlichen Duft, der nachtaktive Bestäuber anlockt. Da der Nektar tief im Kelch verborgen liegt, kommen ausschließlich langrüsselige Nachtfalter als Bestäuber in Frage – eine bemerkenswerte Spezialisierung. In der Naturheilkunde wird Silene latifolia traditionell bei Hautproblemen sowie bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. Verwechslungen sind möglich mit der Roten Lichtnelke, die jedoch auffällig rosa bis rote Blüten trägt. Die Weiße Lichtnelke gilt in Deutschland als ungefährdet.