Keusche Kuckuckshummel (Bombus vestalis)

Keusche Kuckuckshummel Bombus vestalis

Name

Keusche Kuckuckshummel (Bombus vestalis)

Familie

Apidae (Bienen)

Körpergröße

Männchen 15–17 mm, Weibchen 20–22 mm

Merkmale

Die Keusche Kuckuckshummel ist eine kräftig gebaute Art mit schwarz-gelber Grundfärbung und weißem Hinterleibsende. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Weibchen ist eine gelbliche Färbung an der seitlichen Basis von Tergit 4. Die Weibchen sind mit 20 bis 22 mm deutlich größer als die Männchen, die lediglich 15 bis 17 mm erreichen. Als Kuckuckshummel fehlt den Weibchen der Corbiculae, also der Sammelbeinkorb echter Hummelköniginnen, da sie keine eigene Brut versorgen müssen. Die Männchen zeigen ein ähnliches Färbungsmuster wie die Weibchen, sind aber kleiner und schlanker.

Lebensraum

Bombus vestalis besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen, sofern geeignete Wirtsvölker der Dunklen Erdhummel vorhanden sind. Sie kommt in Gärten, Parks, Wiesen, Waldrändern und Siedlungsbereichen vor – überall dort, wo ihre bevorzugte Wirtsart heimisch ist. Die überwinterten Weibchen erscheinen im Frühjahr ab etwa März und April, sobald die Wirtsvölker bereits etabliert sind. Die Flugzeit erstreckt sich bis in den Spätsommer.

Besonderheiten

Bombus vestalis ist ein sogenannter Kleptoparasit und wird auch als Gefleckte Schmarotzerhummel bezeichnet. Überwinterte Weibchen dringen in fertig aufgebaute Nester der Dunklen Erdhummel ein, töten die ansässige Königin sowie deren Brut und übernehmen das Volk. Danach legen sie eigene Eier, die von den verbleibenden Arbeiterinnen des Wirtsvolkes aufgezogen werden. Da Bombus vestalis keine eigenen Arbeiterinnen produziert, ist sie vollständig auf ihren Wirt angewiesen. Das Vorkommen der Art ist daher direkt an die Bestandsdichte der Dunklen Erdhummel gekoppelt. Bombus vestalis gilt in Deutschland derzeit als nicht gefährdet.