Schrotbock (Rhagium inquisitor)

Schrotbock oder Kleiner Zangenbock Rhagium inquisitor

Name

Schrotbock (Rhagium inquisitor)

Familie

Bockkäfer (Cerambycidae)

Körpergröße

Körperlänge 10–21 mm

Merkmale

Der Schrotbock ist ein mittelgroßer Bockkäfer mit einem gedrungenen, leicht abgeflachten Körperbau. Die bräunlich-graue Grundfärbung der Flügeldecken ist von einem charakteristischen Muster aus hellen, gelblich-weißen Querbinden und dunklen Flecken durchzogen, das eine sehr gute Tarnung auf Baumrinde und Holz ermöglicht. Die Fühler sind im Vergleich zu vielen anderen Bockkäfern verhältnismäßig kurz und erreichen nicht die Körperlänge. An den Seiten des Halsschilds befinden sich deutlich ausgeprägte Dornen oder Höcker, ein typisches Merkmal der Gattung Rhagium. Die Beine sind kräftig gebaut.

Lebensraum

Der Schrotbock besiedelt vorwiegend Nadel- und Mischwälder Europas und ist dort besonders in lichten Bereichen mit reichlich Totholz anzutreffen. Als Entwicklungssubstrat bevorzugen die Larven abgestorbene Nadelbäume, insbesondere Kiefern und Fichten, seltener auch Laubbäume. Die Imagines sind von April bis Juli aktiv und halten sich häufig auf Blüten, an Baumstümpfen oder unter loser Rinde auf. Die Flugzeit erstreckt sich von April bis Juli.

Besonderheiten

Nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier bevorzugt in die Rinde von Nadelholz-Totholz. Die Larven entwickeln sich rund zwei Jahre im Holz, bevor sie sich verpuppen. Bemerkenswert ist, dass die fertig entwickelten Imagines bereits im Herbst schlüpfen, jedoch nicht sofort aktiv werden, sondern in ihrer Puppenwiege oder unter der Rinde eine Winterruhe halten und erst im Frühjahr des nächsten Jahres ins Freie treten. Die Imagines ernähren sich von Blütenbestandteilen und Baumharz. Der Schrotbock gilt als nützlicher Zersetzer und Totholzbewohner und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Waldökosystem. Eine Verwechslung ist mit dem verwandten Gefleckten Zangenbock (Rhagium bifasciatum) möglich, der jedoch etwas abweichende Zeichungsmuster aufweist.