Kleiner Eichenbock (Cerambyx scopolii)

Cerambyx scopolii findet man in Laubwäldern

Name

Kleiner Eichenbock (Cerambyx scopolii)

Familie

Bockkäfer (Cerambycidae)

Körpergröße

Körperlänge 18–28 mm

Merkmale

Der Kleine Eichenbock ist ein mittelgroßer Bockkäfer mit schlankem, schwarz bis schwarzbraun gefärbtem Körper. Typisch für die Art sind die langen, charakteristischen Fühler, die bei den Männchen deutlich länger als der Körper sein können. Ein besonders auffälliges Erkennungsmerkmal ist das stark gerunzelte, seitlich gezähnte Halsschild, das den Käfer klar von ähnlichen Arten unterscheidet. Die Flügeldecken sind längsgerippt und laufen zur Spitze hin leicht verengt zu. Insgesamt wirkt der Käfer robust, aber schlanker als sein großer Verwandter, der Große Eichenbock (Cerambyx cerdo).

Lebensraum

Der Kleine Eichenbock besiedelt Laubwälder, Waldränder und Streuobstwiesen, wo ältere und anbrüchige Laubbäume vorhanden sind. Als Wirtspflanzen der Larven dienen vor allem Rotbuche, Birke sowie verschiedene Obstbäume. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Westasiens verbreitet. Erwachsene Käfer sind von April bis Juli anzutreffen und besuchen häufig blühende Sträucher und Bäume, wo sie Pollen und Nektar aufnehmen. Die Aktivität der Imagines liegt oft in den Abend- und Nachtstunden.

Besonderheiten

Die Larvalentwicklung von Cerambyx scopolii erstreckt sich in der Regel über zwei Jahre. Die Larven bohren sich in anbrüchige oder geschwächte Laubholzstämme und fördern so den natürlichen Zersetzungsprozess von Totholz, was ökologisch wertvoll ist. Im Obstanbau kann die Art gelegentlich als Schädling in Erscheinung treten, da befallene Äste und Stämme geschwächt werden. Im Vergleich zum Großen Eichenbock ist der Kleine Eichenbock deutlich häufiger, wird in Deutschland jedoch ebenfalls als gefährdet eingestuft. Verwechslungen sind vor allem mit anderen dunklen Bockkäferarten möglich, etwa mit Cerambyx welensii, der jedoch größer ist.