Brücken-Kreuzspinne (Larinioides sclopetarius)

Die Brücken-Kreuzspinne baut ihre Netze an Bauwerke

Name

Brücken-Kreuzspinne (Larinioides sclopetarius)

Familie

Radnetzspinnen (Araneidae)

Körpergröße

Weibchen 10–14 mm, Männchen 7–9 mm Körperlänge

Merkmale

Die Brücken-Kreuzspinne ist eine mittelgroße Radnetzspinne mit dem für Kreuzspinnen typischen, rundlichen Hinterleib. Die Grundfärbung variiert von graubraun bis dunkelbraun, auf der Rückseite des Abdomens zeigt sich ein helles, blattförmiges Längsmuster, das von dunkleren Bändern gesäumt wird. Das Muster erinnert an das der Gartenkreuzspinne, wirkt jedoch kontrastarmer und weniger auffällig. Der Vorderkörper (Cephalothorax) ist bräunlich gefärbt mit einem hellen Mittelstreifen. Wie alle Kreuzspinnen trägt auch diese Art ein Kreuz aus hellen Punkten auf dem Rücken, das jedoch nicht immer deutlich ausgeprägt ist.

Lebensraum

Die Brücken-Kreuzspinne ist eng an feuchte Lebensräume gebunden und benötigt eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit. Sie baut ihre Radnetze bevorzugt an Brücken, Staumauern und anderen Bauwerken in unmittelbarer Nähe von Fließgewässern. Gelegentlich besiedelt sie auch Felsen sowie die uferbegleitende Vegetation. Die Netze werden häufig in größerer Höhe und oft an künstlichen Strukturen befestigt, was die Art von anderen heimischen Kreuzspinnen unterscheidet. Adulte Tiere sind vorwiegend von Juni bis Oktober anzutreffen; der Fund des hier abgebildeten Weibchens bei der Alten Südaue in Wunstorf stammt aus dem Juli 2017.

Besonderheiten

Die Brücken-Kreuzspinne ist nachtaktiv und verbringt den Tag versteckt in einem Schlupfwinkel am Rand ihres Netzes. Sie gilt als ausgesprochene Kulturfolger-Art, die von menschlichen Bauwerken in Gewässernähe profitiert. Verwechslungen sind am ehesten mit der Schilfkreuzspinne (Larinioides cornutus) möglich, die ähnliche Lebensräume bewohnt, jedoch häufiger in der Ufervegetation anzutreffen ist. Von der Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) unterscheidet sie sich durch den weniger kontrastreich gemusterten Hinterleib und die deutliche Bindung an Gewässer. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet und gilt als ungefährdet.