Waldeidechse (Zootoca vivipara)

Die Waldeidechse findet man in Steinbrüchen oder an Waldrändern

Name

Waldeidechse (Zootoca vivipara)

Familie

Lacertidae (Echte Eidechsen)

Körpergröße

Körperlänge bis 18 cm (inkl. Schwanz)

Merkmale

Die Waldeidechse ist eine mittelgroße Eidechse mit einer Gesamtlänge von bis zu 18 cm. Die Färbung variiert in verschiedenen Brauntönen, meist mit einem dunklen Rückenstreifen und helleren Flankenstreifen. Die Bauchseite der Männchen ist auffällig orange bis rötlich gefärbt und zeigt dunkle Flecken, während Weibchen eine blassere, oft cremefarbene bis gelbliche Unterseite aufweisen. Der Körper wirkt gedrungen, der Schwanz ist deutlich länger als der Rumpf. Wie andere Eidechsen kann die Waldeidechse ihren Schwanz bei Gefahr abwerfen (Autotomie), der anschließend nachwächst.

Lebensraum

Die Waldeidechse bewohnt ein breites Spektrum an Lebensräumen und gilt als ausgesprochen anpassungsfähig. Sie besiedelt Waldränder, Heidebiotope, Moore, Steinbrüche und Sandgruben. Besonders häufig ist sie an strukturreichen, feuchteren Standorten anzutreffen, was sie von der trockenheitsliebenden Zauneidechse unterscheidet. Als kältetolerante Art reicht ihr Verbreitungsgebiet von Westeuropa bis nach Ostasien und ist damit das größte aller echten Eidechsenarten weltweit. Aktiv ist die Waldeidechse von März/April bis Oktober, bevor sie in die Winterruhe wechselt.

Besonderheiten

Ein namensgebender Sonderfall unter europäischen Eidechsen: Die Waldeidechse ist in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets lebendgebärend (vivipar) – daher der lateinische Artname vivipara. In wärmeren Regionen, etwa auf der Iberischen Halbinsel, kommen jedoch auch eierlegende Populationen vor. Die Art ist noch recht häufig und in geeigneten Lebensräumen weit verbreitet, steht in Deutschland jedoch auf der Vorwarnliste, da Lebensraumverluste durch Entwässerung von Mooren und Heiden zunehmend Druck auf die Bestände ausüben. Verwechslungsgefahr besteht vor allem zwischen Weibchen der Waldeidechse und der Zauneidechse (Lacerta agilis), wobei letztere kräftiger gebaut und meist trockene, besonnte Lebensräume bevorzugt.