Färber-Wau (Reseda luteola)

Der Färber-Wau kam ursprünglich aus dem Mittelmeer-Gebiet

Name

Färber-Wau (Reseda luteola)

Familie

Resedaceae (Resedengewächse)

Merkmale

Der Färber-Wau ist eine zwei- bis mehrjährige Pflanze, die aufrechte, unverzweigte oder wenig verzweigte Stängel ausbildet und Wuchshöhen von 50 bis 130 cm erreichen kann. Die Blätter sind schmal-lanzettlich, ungeteilt und glänzend grün. Besonders auffällig sind die langen, dichten, ährenartigen Blütenstände, die von Juni bis September erscheinen. Die einzelnen Blüten sind klein und gelblich-grün gefärbt, mit vier ungleich geformten Kronblättern. Die Pflanze verströmt einen schwachen, angenehmen Duft.

Standort und Verbreitung

Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, hat sich der Färber-Wau heute über weite Teile Europas ausgebreitet und gilt in Mitteleuropa als Archäophyt. Er bevorzugt nährstoffreiche, oft gestörte Standorte wie Ruderalflächen, Wegränder, Schuttplätze, Bahndämme und magere Wiesen. Die Art gedeiht besonders gut auf kalkhaltigen, trockenen bis mäßig frischen Böden in sonniger Lage. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September.

Besonderheiten

Der Färber-Wau hat eine lange kulturhistorische Bedeutung: Aus seinen Stängeln und Blättern wurde seit der Antike ein leuchtend gelber Farbstoff gewonnen, der zum Färben von Textilien verwendet wurde. Dieser Farbstoff, bekannt als Weld oder Luteolin, galt jahrhundertelang als einer der wichtigsten pflanzlichen Gelbfarbstoffe Europas. Heute wird die Pflanze kaum noch wirtschaftlich genutzt, ist aber als Wildpflanze und gelegentlich in Bauerngärten anzutreffen. Verwechslungen sind mit dem Kleinen Wau oder anderen Reseda-Arten möglich, die sich jedoch meist durch schmalere Blütenstände oder unterschiedliche Blattformen unterscheiden lassen.