Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum)

Polygonatum multiflorum wächst auf kalkhaltigen Böden

Name

Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum)

Familie

Spargelgewächse (Asparagaceae)

Merkmale

Die Vielblütige Weißwurz ist eine ausdauernde Staude mit charakteristisch bogenförmig überhängendem, stielrundem Stängel – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber ähnlichen Arten. Die wechselständig angeordneten, elliptischen Blätter sind oberseits dunkelgrün und unterseits blaugrün. An jeder Blattachsel hängen zwei bis fünf röhrenförmige, weiße Blüten mit grünen Spitzen traubenartig herab. Die Früchte sind blauschwarze, erbsengroße Beeren. Das unterirdische, horizontal kriechende Rhizom ist fleischig und gegliedert, was der Pflanze ihren volkstümlichen Namen eingebracht hat.

Standort und Verbreitung

Die Vielblütige Weißwurz bevorzugt schattige bis halbschattige Standorte in Buchen- und Mischwäldern auf kalkhaltigen, nährstoffreichen und frischen Böden. Sie ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet und in Deutschland in geeigneten Waldgesellschaften weit verbreitet und häufig anzutreffen. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juni. Die Pflanze vermehrt sich sowohl vegetativ über ihr Rhizom als auch generativ über Samen, die von Vögeln verbreitet werden.

Besonderheiten

Alle Teile der Vielblüten Weißwurz sind giftig – besonders die blauschwarzen Beeren, die für Kinder gefährlich werden können, da sie optisch an essbare Früchte erinnern. Hauptwirkstoffe sind herzwirksame Glykoside und Saponine. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem Echten Salomonssiegel, das jedoch kantig gerillte Stängel und meist nur ein bis zwei Blüten pro Blattachsel aufweist. Historisch wurde das Rhizom in der Volksmedizin äußerlich bei Prellungen und Blutergüssen eingesetzt. In der Gartenkultur wird die Pflanze als dekorative Schattenpflanze geschätzt.