Waldsauerklee (Oxalis acetosella)
Name
Waldsauerklee (Oxalis acetosella)
Familie
Sauerkleegewächse (Oxalidaceae)
Merkmale
Der Waldsauerklee ist eine zierliche, ausdauernde Staude, die meist nur 5 bis 15 cm hoch wird. Charakteristisch sind die dreiteiligen, kleeblattartigen Laubblätter mit herzförmigen Einzelblättchen in frischem Hellgrün. Die Blüten sind weiß mit zarten rosa bis violetten Äderchen und bestehen aus fünf Kronblättern. Der Stängel ist dünn und kriechend, die Pflanze bildet unterirdische Ausläufer und Rhizome. Bei starker Sonneneinstrahlung oder Trockenheit klappen die Blättchen nach unten – ein effektiver Schutzmechanismus zur Reduktion der Verdunstung.
Standort und Verbreitung
Oxalis acetosella bevorzugt schattige, feuchte und saure Böden in Nadel- und Mischwäldern. Sie gilt als typische Waldbodenart und zeigt humusreiche, mäßig nährstoffarme Standorte an. Die Art ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas verbreitet und in Deutschland häufig anzutreffen. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juni. Neben den auffälligen Blüten bildet die Pflanze später auch kleistogame, geschlossene Blüten, die sich selbst bestäuben und zuverlässig Samen produzieren.
Besonderheiten
Die Bestäubung erfolgt überwiegend durch Hautflügler, wobei Selbstbestäubung ebenfalls möglich ist. Die Blätter enthalten Oxalsäure, die dem Waldsauerklee seinen charakteristischen säuerlichen Geschmack verleiht – daher auch der Name. In kleinen Mengen wurden die Blätter früher als Würzkraut verwendet; in größeren Mengen ist die Oxalsäure jedoch gesundheitsschädlich und kann bei empfindlichen Personen oder Tieren zu Vergiftungserscheinungen führen. Verwechslungen sind mit anderen Kleearten möglich, jedoch unterscheidet sich der Waldsauerklee durch seinen typischen Waldstandort und die weiß geäderten Blüten deutlich von Wiesenkleearten.