Waldmeister (Galium odoratum)
Name
Waldmeister (Galium odoratum)
Familie
Rötegewächse (Rubiaceae)
Merkmale
Der Waldmeister ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die über unterirdische Ausläufer (Rhizome) wächst und dadurch flächige Bestände bildet. Die Stängel sind vierkantig und aufrecht, die Blätter stehen in charakteristischen Quirlen zu je sechs bis neun Stück. Die kleinen, weißen Blüten sind trichterförmig und erscheinen in lockeren Trugdolden. Die Früchte sind mit Hakenborsten besetzt, die zur Ausbreitung durch Tiere dienen. Frisch hat die Pflanze kaum Duft, getrocknet oder angewelkt entfaltet sie jedoch ein intensives, vanilleartiges Aroma, das auf den Inhaltsstoff Cumarin zurückzuführen ist.
Standort und Verbreitung
Waldmeister wächst bevorzugt in schattigen Buchen- und Laubmischwäldern auf frischen, nährstoffreichen und kalkhaltigen Böden. Er gilt als charakteristische Art des Waldbodens und zeigt humusreiche, gut durchfeuchtete Standorte an. Die Art ist in weiten Teilen Europas sowie in Teilen Asiens und Nordafrikas verbreitet und in Deutschland weit verbreitet und häufig anzutreffen. Die Blütezeit liegt zwischen April und Juni.
Besonderheiten
In der Naturheilkunde wird Waldmeister traditionell bei Leberleiden, Gelbsucht sowie Kopfschmerzen eingesetzt. Bekannt ist er vor allem als Aromapflanze für die Zubereitung von Maibowle und Süßspeisen. Der enthaltene Wirkstoff Cumarin kann in größeren Mengen jedoch gesundheitsschädlich sein und Kopfschmerzen sowie Leberschäden verursachen, weshalb ein maßvoller Umgang empfohlen wird. Verwechslungen sind mit anderen Labkrautarten möglich, die jedoch meist keinen typischen Cumarinduft aufweisen. Waldmeister gilt in Deutschland als ungefährdet.