Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)
Name
Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)
Familie
Balsaminaceae (Balsaminengewächse)
Merkmale
Das Echte Springkraut ist eine einjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 80 cm erreicht. Der Stängel ist saftig-fleischig, knotig gegliedert und leicht durchscheinend. Die wechselständigen Blätter sind eiförmig bis elliptisch, grob gekerbt-gezähnt und hellgrün. Die dottergelben Blüten hängen an dünnen Stielen und besitzen einen charakteristisch nach hinten gebogenen, spornartigen Anhang. Die Blütenform ist unregelmäßig und deutlich zweilippig. Die reifen Früchte sind längliche, prall gefüllte Kapseln, die sich bei Berührung explosionsartig öffnen und die Samen weitschleudern – daher der Name Springkraut.
Standort und Verbreitung
Das Echte Springkraut bevorzugt feuchte, schattige bis halbschattige Standorte in humusreichen Laub- und Nadelwäldern, oft entlang von Bachläufen, in Erlenbrüchen und feuchten Waldschluchten. Es gilt als Zeigerpflanze für frische, nährstoffreiche Böden. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Asiens heimisch und in Deutschland weit verbreitet. In geeigneten Lebensräumen bildet sie oft dichte, ausgedehnte Bestände. Das abgebildete Exemplar stammt aus dem Hohen Holz bei Wunstorf (August 2011). Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September.
Besonderheiten
Der botanische Artname noli-tangere bedeutet übersetzt Rühr mich nicht an und verweist auf den explosiven Schleudermechanismus der reifen Samenkapseln. Die Pflanze ist leicht giftig und sollte nicht verzehrt werden. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem Drüsigen Springkraut (Impatiens glandulifera), einem invasiven Neophyten aus dem Himalaya, der deutlich größer wird und rosa bis purpurfarbene Blüten trägt. Während das Echte Springkraut als heimische Art ökologisch wertvoll ist und von Hummeln als Nektarquelle genutzt wird, verdrängt das eingeschleppte Drüsige Springkraut in vielen Flussauen einheimische Pflanzengesellschaften und gilt als problematische invasive Art.