Großes Hexenkraut (Circaea lutetiana)

Circaea lutetiana wächst in feuchten Wäldern auf nährstoffreichen Böden

Name

Großes Hexenkraut (Circaea lutetiana)

Familie

Onagraceae (Nachtkerzengewächse)

Merkmale

Das Große Hexenkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 70 Zentimetern erreicht. Die gegenständigen Blätter sind eiförmig bis herzförmig, leicht gezähnt und auf der Unterseite oft schwach behaart. Die kleinen weißen bis zartrosa Blüten sind zweizählig aufgebaut, was innerhalb der Blütenpflanzen ungewöhnlich ist, und sitzen in lockeren Trauben. Die Früchte sind keulenförmige, einfächerige Nüsschen, die dicht mit steifen, hakig gebogenen Borsten besetzt sind und so zuverlässig an Fell und Kleidung haften.

Standort und Verbreitung

Das Große Hexenkraut bevorzugt feuchte bis frische, nährstoffreiche und schattige Laubwälder, Auwälder sowie Waldränder und Gebüsche. Es gedeiht auf humosen, lehmigen Böden mit guter Wasserversorgung. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Westasiens verbreitet und in Deutschland weit verbreitet und häufig anzutreffen. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August. Das abgebildete Exemplar wurde im Juli 2014 beim Wunstorfer Moor gefunden.

Besonderheiten

Die Bestäubung erfolgt überwiegend durch Zweiflügler, also Fliegen und Mücken, was für eine Waldpflanze charakteristisch ist. Die hakenbewehrten Früchte sind ein klassisches Beispiel für Epizoochorie, die Ausbreitung von Samen durch Tiere, die die Früchte unbeabsichtigt im Fell oder Gefieder transportieren. Der Gattungsname Circaea leitet sich von der Zauberin Kirke der griechischen Mythologie ab und verweist auf die frühere Verwendung der Pflanze in der Volksmedizin und Magie. Mit dem Kleinen Hexenkraut existiert eine ähnliche, jedoch deutlich seltenere Verwechslungsart, die kleinere Blätter und einsamige Früchte besitzt.