Bärlauch (Allium ursinum)
Name
Bärlauch (Allium ursinum)
Familie
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Merkmale
Der Bärlauch ist eine ausdauernde Zwiebelpflanze mit zwei bis drei breit-elliptischen, glänzend grünen Grundblättern, die einen charakteristischen Knoblauchgeruch verströmen. Der Stängel ist dreieckig im Querschnitt und trägt eine kugelige Dolde mit weißen, sternförmigen Einzelblüten. Die Zwiebel ist schmal und länglich. Die Blätter erscheinen bereits im zeitigen Frühjahr und können leicht mit den giftigen Blättern des Maiglöckchens oder der Herbstzeitlosen verwechselt werden – der Geruchstest ist daher beim Sammeln unerlässlich.
Standort und Verbreitung
Bärlauch wächst bevorzugt in nährstoffreichen, feuchten und kalkhaltigen Laub- und Auwäldern, oft in großen, flächendeckenden Beständen. Er gedeiht im Halbschatten und ist auf frische, humusreiche Böden angewiesen. In den Ausläufern der Mittelgebirge wie Deister, Süntel und Ith tritt er besonders häufig auf, während Vorkommen im Flachland seltener sind. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Westasiens verbreitet. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juni.
Besonderheiten
Bärlauch hat eine lange Tradition als Wildgemüse und Heilpflanze. Blätter, Blüten und Zwiebeln sind essbar und werden in der Küche vielseitig eingesetzt, etwa als Pesto, in Suppen oder als Salatbeigabe. Inhaltsstoffe wie Allicin verleihen der Pflanze antibakterielle und blutdrucksenkende Eigenschaften. Beim Sammeln ist jedoch Vorsicht geboten: Die Blätter ähneln denen des giftigen Maiglöckchens und der hochgiftigen Herbstzeitlosen. Ein sicheres Erkennungsmerkmal ist der intensive Knoblauchgeruch beim Zerreiben der Blätter. Der deutsche Name bezieht sich auf die Vorliebe von Bären für diese Pflanze nach dem Winterschlaf.