Flatterbinse (Juncus effusus)

Die Flatterbinse wächst auf Feuchtwiesen oder im Uferbereich

Name

Flatterbinse (Juncus effusus)

Familie

Binsengewächse (Juncaceae)

Merkmale

Die Flatterbinse bildet dichte, horstige Büschel aus aufrechten, stielrunden und glatten Stängeln, die eine Höhe von 30 bis 120 cm erreichen können. Die Stängel sind innen mit einem weißlichen, schwammigen Mark gefüllt und außen gleichmäßig grün gefärbt. Echte Laubblätter fehlen weitgehend; stattdessen sind die Grundblätter zu braunen Scheiden reduziert. Die kleinen, unscheinbaren Blüten sitzen in einer scheinbar seitlichen, locker verzweigten Rispe, da das oberste Hüllblatt den Stängel scheinbar fortsetzt.

Standort und Verbreitung

Die Flatterbinse wächst bevorzugt auf Feuchtwiesen, an Ufern von Bächen und Flüssen sowie an anderen nassen, nährstoffreichen Standorten wie Gräben, Moorrändern und feuchten Waldlichtungen. Sie verträgt auch zeitweise Überschwemmungen und gedeiht auf sauren bis mäßig nährstoffreichen Böden. Die Art ist in Europa weit verbreitet und in Deutschland nahezu flächendeckend anzutreffen. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie), die kleinen Früchte werden durch Tiere oder ebenfalls durch den Wind verbreitet.

Besonderheiten

Die Flatterbinse hat eine lange Nutzungsgeschichte: Ihre Stängel wurden früher als Dochtmaterial für Kerzen und Öllampen verwendet, da das Mark gut Fett aufsaugt. Auch im Korbflechten und zur Herstellung von Matten fand die Pflanze Verwendung. Ökologisch ist sie wertvoll als Lebensraum und Nahrungsquelle für verschiedene Insekten und Vögel. Verwechslungen sind möglich mit der Glanzfrüchtigen Binse oder der Flutenden Binse, die ähnliche Standorte besiedeln. Die Flatterbinse gilt in Deutschland als ungefährdet und ist ein typischer Zeiger für feuchte bis nasse Bodenverhältnisse.