Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum)

Equisetum sylvaticum wächst auf kalkarmen Böden in feuchten Wäldern

Name

Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum)

Familie

Equisetaceae (Schachtelhalmgewächse)

Merkmale

Der Wald-Schachtelhalm erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 50 cm. Er bildet zwei verschiedene Sprosskategorien: fertile, ährentragende Sprosse erscheinen im Frühjahr zunächst bräunlich und unverzweigt, bevor sie nach der Sporenreife ergrünen und Seitenzweige entwickeln. Die sterilen Sommersprosse sind zierlich gefiedert, mit quirlartig angeordneten, mehrfach verzweigten Ästen, was ihm ein besonders filigranes, fast federartiges Aussehen verleiht. Die Scheiden am Stängel sind braun gefärbt mit breiten, verwachsenen Zähnen.

Standort und Verbreitung

Der Wald-Schachtelhalm bevorzugt kalkarme, feuchte bis nasse, humusreiche Böden in schattigen Laub- und Mischwäldern, auf Lichtungen sowie an Wegrändern und Bachufern. Er gilt als Zeigerpflanze für saure, feuchte Standortverhältnisse. Die Art ist in weiten Teilen Europas, Nordasiens und Nordamerikas verbreitet, in Deutschland vor allem in den nördlichen und mittleren Mittelgebirgslagen sowie im Norddeutschen Tiefland anzutreffen. Der Fund aus dem östlichen Süntel (Weserbergland) stammt vom April 2010 und zeigt unreife fertile Sprosse. Erscheinungszeit: Die fertilen Sprosse erscheinen ab März bis Mai, die grünen Sommersprosse von April bis Oktober.

Besonderheiten

Der Wald-Schachtelhalm gehört zu den ältesten Landpflanzengruppen der Erde – Schachtelhalme existieren seit dem Erdmittelalter nahezu unverändert. Er vermehrt sich sowohl über Sporen als auch vegetativ durch unterirdische Rhizome, die dichte Bestände bilden können. Verwechslungen sind möglich mit dem Sumpf-Schachtelhalm oder dem Wiesen-Schachtelhalm, jedoch unterscheidet ihn die charakteristische mehrfach gefiederte Verzweigung der Seitenzweige deutlich von ähnlichen Arten. Eine wirtschaftliche Nutzung ist kaum bekannt; historisch wurden Schachtelhalme wegen ihres Kieselsäuregehalts zum Polieren von Holz und Metall verwendet. In Deutschland gilt die Art als ungefährdet, ist jedoch an intakte, feuchte Waldstandorte gebunden und reagiert empfindlich auf Entwässerung und Nährstoffeintrag.