Scharlachrotes Pustelpilzchen (Nectria coccinea)
Name
Scharlachrotes Pustelpilzchen (Nectria coccinea)
Familie
Nectriaceae
Merkmale
Das Scharlachrote Pustelpilzchen bildet kleine, kugelige bis kissenförmige Fruchtkörper, die sogenannten Perithezien, aus. Diese sind leuchtend scharlachrot bis orangerot gefärbt und messen meist nur 0,3 bis 0,5 Millimeter im Durchmesser. Die Fruchtkörper wachsen in dichten Gruppen und sitzen häufig auf einem gemeinsamen, polsterartigen Stroma, das ebenfalls rötlich bis orangefarben erscheint. Die Oberfläche der Perithezien wirkt leicht warzig oder körnig. Reife Exemplare öffnen sich an der Spitze mit einer kleinen Mündungspore, durch die die Sporen entlassen werden.
Standort und Verbreitung
Die Art besiedelt ausschließlich Totholz von Laubbäumen, mit einer deutlichen Vorliebe für frisch gefällte, noch berindete Stämme und Äste. Besonders häufig findet man sie an Rotbuche und Ahorn, seltener an anderen Laubbaumarten. Der Pilz ist in Europa weit verbreitet und kommt in Laub- und Mischwäldern vor, wo ausreichend Totholz vorhanden ist. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von Spätsommer bis in den späten Herbst, mit einem Schwerpunkt von September bis November. Der im Text beschriebene Fund stammt aus dem Oktober 2011 im Forst Esloh.
Besonderheiten
Nectria coccinea ist als Schwächeparasit bekannt und kann in Verbindung mit der Buchenwollschildlaus zum sogenannten Buchenrindensterben beitragen, einer ernsthaften Erkrankung der Rotbuche. Der Pilz befällt dabei geschwächte oder bereits geschädigte Bäume und beschleunigt deren Zerfall. Verwechslungen sind mit ähnlichen, ebenfalls rötlich gefärbten Pustelpilzchen möglich, die auf Laubholz vorkommen. Eine sichere Bestimmung erfordert oft mikroskopische Untersuchungen der Sporenform und -größe. Trotz seiner geringen Größe spielt die Art eine wichtige ökologische Rolle im Kreislauf der Holzzersetzung und Nährstoffrückführung im Waldökosystem.