Sumpf-Haubenpilz (Mitrula paludosa)
Name
Sumpf-Haubenpilz (Mitrula paludosa)
Familie
Mitrulaceae
Merkmale
Der Sumpf-Haubenpilz besitzt einen auffälligen, zweigeteilten Fruchtkörper. Der fertile Kopfteil ist leuchtend orange bis dottergelb gefärbt, keulen- bis mützenförmig und deutlich vom Stiel abgesetzt. Der Stiel ist weißlich bis blass, zylindrisch und oft leicht durchscheinend. Die Fruchtkörper sind zart und zerbrechlich, erreichen eine Höhe von etwa einem bis vier Zentimetern und wachsen häufig gesellig oder in dichten Gruppen. Die Oberfläche des Kopfteils ist glatt und feucht glänzend.
Standort und Verbreitung
Mitrula paludosa ist ein typischer Bewohner nasser, nährstoffarmer Biotope. Die Art wächst in Sümpfen, Mooren, feuchten Gräben und auf überschwemmten Holzresten oder verrottenden Pflanzenteilen, die sich im Wasser oder an dessen Rand befinden. Sie bevorzugt kühle, schattige Standorte mit stehendem oder langsam fließendem Wasser. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von April bis September, mit einem Schwerpunkt im Frühjahr und Frühsommer. Die Art ist in Europa weit verbreitet, gilt jedoch aufgrund des Rückgangs geeigneter Feuchtbiotope vielerorts als selten. In Deutschland findet man sie beispielsweise in Norddeutschland sowie in Mittelgebirgslagen wie dem Kleinen Deister.
Besonderheiten
Der Sumpf-Haubenpilz gehört zu den sogenannten Schlauchpilzen (Ascomyceten) und ist kein Speisepilz. Er gilt als ungiftig, hat aber aufgrund seiner geringen Größe und Zartheit keine kulinarische Bedeutung. Aufgrund der Abhängigkeit von intakten Feuchtbiotopen steht die Art in vielen Regionen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Als Verwechslungsart kommt der Moor-Haubenpilz in Betracht, der ähnliche Standorte besiedelt, sich aber in Färbung und Kopfform leicht unterscheidet. Der Sumpf-Haubenpilz ist ein wertvoller Indikator für naturnahe, ungestörte Feuchtlebensräume.